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Markt & Trends

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Marcus Hofer

Marcus Hofer

Gründer & Motorrad-Experte

Marcus ist Mitgründer von MotoBuy und leidenschaftlicher Motorrad-Enthusiast. Er schreibt über Markttrends, Kaufentscheidungen und die Zukunft des deutschen Motorradmarkts.

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Warum die Kawasaki Z 900 bei Privatkäufern vor der BMW R 1300 GS liegt

Die GS führt die Zulassungsstatistik an – bei den Privatkäufern aber nicht mehr. Was der Firmenanteil über den Gebrauchtmarkt verrät.

21. Juli 20269 Min. Lesezeit
Marcus Hofer

Marcus Hofer

Gründer & Motorrad-Experte

Kawasaki Z 900 schlägt die BMW R 1300 GS – bei den Privatkäufern

Die BMW R 1300 GS ist weiterhin das meistzugelassene Motorrad Deutschlands – aber nicht mehr das meistgekaufte. Rechnet man die Firmenzulassungen heraus, liegt im ersten Halbjahr 2026 die Kawasaki Z 900 mit rund 2.646 Privatzulassungen vor der BMW R 1300 GS mit rund 2.367. Der Grund: 43,4 Prozent aller GS gehen an juristische Personen, die Z 900 wird fast vollständig privat zugelassen. Dieser Marktbericht (Stand: Juli 2026) ordnet ein, was hinter der Zahl steckt – und was sie für dich als Gebrauchtkäufer bedeutet. Aktuelle Angebote findest du im Motorrad-Marktplatz.

Inhaltsverzeichnis

  • Wie sieht die Zulassungsstatistik im ersten Halbjahr aus?
  • Was steckt hinter einer Zulassung auf eine juristische Person?
  • Warum ist der Firmenanteil für Gebrauchtkäufer relevant?
  • Was kosten die beiden Modelle – neu und gebraucht?
  • Was sagt das über BMW insgesamt?
  • Ist der Markt wirklich auf Rekordkurs?
  • Was bedeutet das für dich?
  • Fazit
  • Häufige Fragen

Wie sieht die Zulassungsstatistik im ersten Halbjahr aus?

In der Gesamtwertung – also allen Neuzulassungen, egal auf wen – bleibt die GS souverän vorn:

#ModellNeuzulassungen H1
1BMW R 1300 GS4.183
2Kawasaki Z 9002.836
3Honda CBR 650 R1.576
4Kawasaki Z 6501.367
5Yamaha MT-071.175
6BMW F 900 R1.131
7Yamaha Ténéré 7001.093
8Honda CB 750 Hornet1.045
9CFMoto 450 MT1.036
10Yamaha MT-091.025

Ein Vorsprung von rund 1.350 Einheiten – die GS wirkt unangefochten.

Bei den Privatzulassungen kippt das Bild:

ModellGesamtdavon privatFirmenanteil
BMW R 1300 GS4.183rund 2.36743,4 %
Kawasaki Z 900rund 2.836rund 2.646rund 7 %

Aus 1.350 Einheiten Vorsprung werden 279 Einheiten Rückstand. Nach Angaben des auswertenden Fachmagazins ist das der erste Halbjahressieg der Z 900 in dieser Wertung – zuvor lag von 2020 bis 2025 durchgängig die BMW GS vorn, erst als R 1250 GS, ab 2024 als R 1300 GS.

Zur Quellenlage, offen gesagt: Diese Privat-/Firmen-Aufteilung stammt aus einer Auswertung des Fachmagazins MOTORRAD, nicht aus einer frei verfügbaren amtlichen Statistik. Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht die Halterstruktur nur auf Fahrzeugklassen-, nicht auf Modellebene. Die Zahlen sind in sich schlüssig – 4.183 minus 43,4 Prozent ergibt exakt die genannten 2.367 –, aber wir kennzeichnen sie bewusst als Fachmedien-Auswertung und nicht als KBA-Zahl.

Was steckt hinter einer Zulassung auf eine juristische Person?

Keine Privatkäufer. Hinter der Kategorie stecken laut Fachpresse vor allem:

  • Händlerzulassungen und Tageszulassungen – der Händler meldet das Motorrad kurz auf die eigene Firma an
  • Vorführmotorräder für Besichtigung und Probefahrt
  • Fahrschul- und Behördenfahrzeuge
  • Miet-, Sharing- und Pressefahrzeuge
  • Leasingkonstruktionen, bei denen die Bank oder Leasinggesellschaft als Halter eingetragen ist
  • Hersteller- und Mitarbeiterfahrzeuge

Wie sich diese Gruppen im Einzelnen aufteilen, ist öffentlich nicht verfügbar. Wir können also nicht sagen, wie viele der 4.183 GS-Zulassungen Tageszulassungen waren – jede konkrete Zahl dazu wäre geraten.

Wichtig ist auch eine Einschränkung, die das Kraftfahrt-Bundesamt selbst macht: Die Unterscheidung zwischen juristischen und natürlichen Personen ist nicht deckungsgleich mit gewerblicher und privater Nutzung. Ein Selbständiger, der sein Motorrad über die Firma anmeldet, fährt es trotzdem privat.

Warum ist der Firmenanteil für Gebrauchtkäufer relevant?

Hier liegt der eigentlich interessante Teil – und er lässt sich mit amtlichen Zahlen belegen.

Stell die Neuzulassungen dem Bestand gegenüber:

Anteil gewerblicher Halter
Kraftrad-Neuzulassungen H1 2026 (nur Handel)16,2 %
Kraftrad-Bestand (Stand 1. Januar 2025)rund 2 %

Bei den Neuzulassungen im ersten Halbjahr gingen 75,7 Prozent an private Halter und 16,2 Prozent allein an den Handel. Im Bestand aller rund 5,06 Millionen zugelassenen Krafträder sind dagegen 97,8 Prozent privat gehalten.

Diese Schere ist die Kernaussage: Gewerblich zugelassene Motorräder bleiben im Schnitt nur sehr kurz gewerblich. Sie wandern zügig in private Hand – also über den Gebrauchtmarkt. Bei Modellen mit hohem Firmenanteil wie der GS heißt das praktisch: Es kommen kontinuierlich junge Gebrauchte nach. Und tatsächlich ist das im Markt sichtbar – dazu gleich mehr.

Was wir bewusst nicht behaupten: dass ein hoher Firmenanteil die Gebrauchtpreise drückt. Für Pkw ist dieser Zusammenhang durch Leasingrückläufer belegt, für Motorräder haben wir keine einzige belastbare Studie gefunden. Es gibt auch keine öffentliche Leasingquote für Motorräder – der Leasingverband weist ausschließlich Pkw aus. Wer dir eine Prozentzahl dazu nennt, hat sie sich ausgedacht.

Was kosten die beiden Modelle – neu und gebraucht?

Kawasaki Z 900

VariantePreis ab Werk
Z 900 (91 kW / 124 PS)9.695 €
Z 900 70 kW (95 PS)9.395 €
Z 900 SE11.845 €

Technisch: 948 cm³ Reihenvierzylinder, 124 PS bei 9.500/min, 97,4 Nm, 213 kg fahrfertig, 830 mm Sitzhöhe, 17 Liter Tank, 4,8 l/100 km.

Gebraucht liegt die Spanne bei rund 7.500 bis 12.500 Euro, günstigster Einstieg ab 7.489 Euro. Auffällig: Junge Gebrauchte der Jahrgänge 2024/2025 mit unter 4.000 Kilometern kosten rund 9.500 bis 9.700 Euro – praktisch Neupreisniveau. Der Gebrauchtvorteil greift bei der Z 900 erst ab älteren Baujahren.

BMW R 1300 GS

Der Basispreis liegt bei rund 19.900 Euro für das Modelljahr 2026. Technisch: 1.300 cm³ Boxer mit ShiftCam, 145 PS bei 7.750/min, 149 Nm, rund 237 kg, 850 mm Sitzhöhe, 19 Liter Tank.

Der Grundpreis wird allerdings kaum gefahren: Allein das Innovationspaket kostet 1.335 Euro, und eine voll ausgestattete Triple Black landet laut Konfigurator bei über 32.000 Euro. Realistisch konfigurierte Exemplare liegen deutlich über 25.000 Euro.

Gebraucht reicht die Spanne von 16.979 bis 27.067 Euro. Exemplare der Jahrgänge 2023/2024 mit moderater Laufleistung liegen bei 17.000 bis 21.000 Euro – gemessen an realistischen Neupreisen entspricht das rund 20 bis 30 Prozent Wertverlust in zwei bis drei Jahren. Für die Klasse ist das moderat und passt zur bekannten Wertstabilität der GS-Reihe.

Vorsicht bei der Rechnung: „17.000 Euro gebraucht gegen 19.900 Euro neu" wäre ein Trugschluss – die Gebrauchten sind fast immer deutlich besser ausgestattet als ein Basismodell.

Ein Hinweis zur Sorgfalt: Die BMW-Preise stammen aus der Fachpresse, weil die Herstellerseite zum Redaktionsschluss nicht abrufbar war. Prüfe den tagesaktuellen Preis im offiziellen Konfigurator gegen.

Was sagt das über BMW insgesamt?

BMW bleibt klar Marktführer, wächst aber langsamer als der Markt:

MarkeNeuzulassungen H1 (über 125 cm³)Veränderung
BMW13.764+5,2 %
Honda10.564−12,6 %
Kawasaki10.313+15,7 %
Yamaha5.116+24,6 %
KTM3.903+166,1 %
Triumph3.896−5,2 %
CFMoto3.722+1.518,3 %

Weil der Gesamtmarkt um über 20 Prozent zulegte, sank BMWs Marktanteil von 22,59 auf 19,69 Prozent – knapp drei Punkte. Für die R 1300 GS meldet der Industrieverband der Motorradindustrie zudem einen Rückgang der Auslieferungen um 21,7 Prozent. Beides stützt die Erzählung: Die GS hält ihre Statistikführung auch dank Firmenzulassungen, während die Nachfrage bei Privatkäufern nachlässt.

Ist der Markt wirklich auf Rekordkurs?

Nein – und hier lohnt ein Blick auf die Zahlenwelten, weil verschiedene Quellen scheinbar widersprüchliche Werte nennen:

WertWas gemeint ist
116.118 (+27,5 %)alle Krafträder amtlich, inklusive 125er, Roller, Trikes
rund 69.900 (+20,7 %)nur Motorräder über 125 Kubik

Beide Zahlen stimmen – sie messen nur Unterschiedliches. Unsere ausführliche Halbjahresbilanz arbeitet mit der amtlichen Gesamtzahl.

Entscheidend für die Einordnung: Das Vorjahr war durch die Euro-5+-Umstellung künstlich eingebrochen, weil Händler Ende 2024 massenhaft Euro-5-Bestände formal zulassen mussten. Gemessen am ersten Halbjahr 2024 (81.392 Motorräder über 125 Kubik) liegt 2026 noch rund 14 Prozent darunter. Von einem Rekord kann keine Rede sein.

Ein Nebeneffekt, der direkt in den Gebrauchtmarkt spielt: Fahrzeuge mit Tages- oder Kurzzeitzulassung gelten bei der späteren Zulassung auf den Kunden offiziell als Gebrauchtfahrzeug – ohne einen gefahrenen Kilometer. Der Industrieverband führt darauf ausdrücklich einen Teil der Gebrauchtmarkt-Bewegung zurück.

Was bedeutet das für dich?

Als Käufer einer GS: Der hohe Firmenanteil arbeitet für dich. Es kommen laufend junge, gut ausgestattete Exemplare in den Markt – 2023er und 2024er liegen bei 17.000 bis 21.000 Euro, oft mit Ausstattung, die neu vierstellige Aufpreise gekostet hat. Worauf du dabei achten solltest, steht in unserem Ratgeber zur R 1300 GS im Gebrauchtkauf.

Als Käufer einer Z 900: Hier ist der Gebrauchtmarkt dünner an jungen Fahrzeugen, weil kaum Firmenzulassungen nachfließen. Junge Gebrauchte kosten fast Neupreis – vergleiche also ernsthaft mit dem Neukauf, zumal Kawasaki einen Starter-Bonus von bis zu 800 Euro bewirbt. Mehr dazu im Kawasaki-Kaufratgeber und im Vergleich der besten Naked Bikes.

Als Verkäufer: Wenn du eine GS verkaufst, konkurrierst du mit einem stetigen Zufluss junger Firmenfahrzeuge – Ausstattung und Historie sauber dokumentieren lohnt sich doppelt. Bei der Z 900 ist die Konkurrenzlage bei jungen Baujahren entspannter. Die Einordnung zu Preisstrategie und Verkaufsweg findest du im Marktvergleich Händler gegen Privat.

Fazit

Die BMW R 1300 GS führt die deutsche Zulassungsstatistik weiter an – bei den Privatkäufern hat sie die Führung im ersten Halbjahr aber an die Kawasaki Z 900 verloren, 2.646 zu 2.367. Verantwortlich dafür ist ein Firmenanteil von 43,4 Prozent, der bei der Z 900 praktisch nicht existiert.

Für dich als Käufer ist das keine Nebensächlichkeit: Weil gewerblich zugelassene Motorräder schnell in private Hand wandern – 16,2 Prozent gewerbliche Neuzulassungen stehen nur rund 2 Prozent gewerblichem Bestand gegenüber –, findest du bei der GS deutlich mehr junge Gebrauchte als bei der Z 900. Wie stark das die Preise beeinflusst, lässt sich für Motorräder mangels Daten allerdings nicht seriös beziffern.

Vergleiche aktuelle Angebote für BMW und Kawasaki im Motorrad-Marktplatz.

Häufige Fragen

Welches Motorrad ist 2026 in Deutschland das meistzugelassene? In der Gesamtwertung des ersten Halbjahres bleibt die BMW R 1300 GS mit 4.183 Neuzulassungen klar vorn, vor der Kawasaki Z 900 mit rund 2.836. Rechnet man aber nur die Zulassungen auf Privatpersonen, dreht sich das Bild: Dort liegt die Z 900 mit rund 2.646 vor der GS mit rund 2.367. Der Grund ist der hohe Firmenanteil bei der GS.

Was bedeutet es, wenn ein Motorrad auf eine juristische Person zugelassen wird? Dahinter stecken keine Privatkäufer, sondern Firmen: Händlerzulassungen und Tageszulassungen, Vorführmotorräder, Fahrschul- und Behördenfahrzeuge, Miet- und Sharing-Flotten, Pressemotorräder sowie Leasingkonstruktionen, bei denen die Bank als Halter eingetragen ist. Wie sich diese Gruppen im Einzelnen aufteilen, veröffentlicht das Kraftfahrt-Bundesamt nicht.

Warum ist der Firmenanteil für Gebrauchtkäufer interessant? Weil gewerblich zugelassene Motorräder in aller Regel nicht lange gewerblich bleiben. Im ersten Halbjahr 2026 gingen 16,2 Prozent aller Kraftrad-Neuzulassungen an den Handel – im Bestand aller zugelassenen Krafträder machen gewerbliche Halter aber nur rund 2 Prozent aus. Diese Schere bedeutet: Ein erheblicher Teil dieser Fahrzeuge wandert binnen kurzer Zeit als junger Gebrauchter in private Hand. Bei Modellen mit hohem Firmenanteil findest du deshalb tendenziell mehr junge Gebrauchte.

Ist der Motorradmarkt 2026 auf Rekordniveau? Nein. Das erste Halbjahr 2026 kam auf 116.118 Kraftrad-Neuzulassungen und damit 27,5 Prozent mehr als im Vorjahr – das Vorjahr war aber durch die Euro-5+-Umstellung künstlich eingebrochen. Betrachtet man nur Motorräder über 125 Kubik, liegt das erste Halbjahr 2026 mit rund 69.900 Einheiten noch rund 14 Prozent unter dem ersten Halbjahr 2024 (81.392). Von einem Rekord kann also keine Rede sein.

Verliert BMW im deutschen Motorradmarkt an Boden? Relativ ja, absolut nein. BMW bleibt mit 13.764 Neuzulassungen im ersten Halbjahr klar Marktführer und wuchs um 5,2 Prozent. Weil der Gesamtmarkt aber um über 20 Prozent zulegte, sank der Marktanteil von 22,59 auf 19,69 Prozent. Für die R 1300 GS meldet der Industrieverband zudem einen Rückgang der Auslieferungen um 21,7 Prozent.

Was ist günstiger: eine junge gebrauchte Z 900 oder eine neue? Bei der Z 900 lohnt der Gebrauchtkauf erst ab älteren Baujahren. Junge Gebrauchte der Jahrgänge 2024 und 2025 mit unter 4.000 Kilometern liegen bei rund 9.500 bis 9.700 Euro – der Neupreis ab Werk beträgt 9.695 Euro. Erst bei Baujahren ab etwa 2017 bis 2019 wird es mit rund 7.500 Euro deutlich günstiger.


Egal ob Kauf oder Verkauf: Vergleiche aktuelle Naked Bikes und Reiseenduros im Motorrad-Marktplatz – oder lies, welche Motorräder besonders wertstabil sind.

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