Motorradmarkt H1 2026: Die Zahlen, der Vorzieheffekt und was das für dich bedeutet
Motorradmarkt H1 2026: 116.118 Neuzulassungen, plus 27,5 %. Die KBA-Zahlen, der Vorzieheffekt dahinter und was das für Käufer und Verkäufer bedeutet.
Marcus Hofer
Gründer & Motorrad-Experte
116.118 Motorräder wurden im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland neu zugelassen – ein Plus von 27,5 Prozent. Das klingt nach einem Boom, ist aber nur die halbe Wahrheit: Ein großer Teil des Wachstums ist ein Aufholeffekt nach einem künstlich eingebrochenen Vorjahr. Dieser Marktbericht (Stand: Juli 2026) ordnet die druckfrischen KBA-Zahlen ein, trennt offizielle Fakten von Branchen-Einschätzungen und zeigt, was das für dich als Käufer oder Verkäufer bedeutet. Aktuelle Angebote findest du direkt im Motorrad-Marktplatz.
Wie stark ist der Motorradmarkt 2026 gewachsen?
Sehr stark – laut der offiziellen KBA-Pressemitteilung 25/2026 vom 3. Juli 2026 wuchsen die Kraftrad-Neuzulassungen im Juni 2026 um 32,4 Prozent auf 23.884 Fahrzeuge. Für das gesamte erste Halbjahr steht ein Plus von 27,5 Prozent auf 116.118 Neuzulassungen.
| Zeitraum | Neuzulassungen | Veränderung z. Vorjahr |
|---|---|---|
| 2024 (Gesamtjahr) | 251.169 | +13,1 % |
| 2025 (Gesamtjahr) | 162.009 | −35,5 % |
| Juni 2026 | 23.884 | +32,4 % |
| H1 2026 (Jan–Jun) | 116.118 | +27,5 % |
Quelle: KBA-Pressemitteilungen 25/2026 (03.07.2026), 01/2026 und 01/2025 – offizielle Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts.
Warum wächst der Markt so stark – und ist das nachhaltig?
Die kurze Antwort: Teilweise ja, teilweise ist es ein Basiseffekt. Die KBA-Zahlen selbst sind eindeutig – die Einordnung dahinter kommt aus der Fachpresse, nicht vom Amt.
Branchenauswertungen (u. a. auf Basis von ACEM-Daten) ordnen den Verlauf so ein: 2024 wurden vor der Euro-5+-Pflicht zum 1. Januar 2025 massenhaft nicht mehr konforme Bestandsmodelle zugelassen – der Markt war künstlich hoch (251.169, +13,1 %). 2025 brach entsprechend künstlich ein (162.009, −35,5 %), weil viele Käufer ihr Motorrad bereits Ende 2024 zugelassen hatten. Das Wachstum 2026 ist also zu einem erheblichen Teil eine Erholung von einem selbst verursachten Tief – kein rein organischer Nachfrageschub.
Wichtig für die Einordnung: Diese Erklärung steht so nicht in den offiziellen KBA-Pressemitteilungen – das Amt nennt nur die nackten Zahlen. Die Vorzieheffekt-Erklärung ist eine Einordnung der Fachpresse, keine offizielle KBA-Aussage.
Welche Marken verkaufen sich 2026 am besten?
Die Zulassungszahlen nach Marken liegen bislang nur bis Mai 2026 vor – eine Juni-Markenrangliste war zum Redaktionsschluss dieses Artikels noch nicht veröffentlicht.
| # | Marke | Zulassungen (Jan–Mai, >125 cm³) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 1 | BMW | 12.074 | +8,9 % |
| 2 | Kawasaki | 8.495 | +17,9 % |
| 3 | Honda | 8.186 | −16,9 % |
| 4 | Yamaha | 3.984 | +25,2 % |
| 5 | KTM | 3.254 | +159,5 % |
| 6 | Triumph | 3.201 | −6,8 % |
| 7 | CFMoto | 2.919 | +1.389,3 % |
Quelle: bikeundbusiness.de auf KBA-Basis, Stand Mai 2026.
Auffällig: Neben Honda ist Triumph die einzige weitere große Marke mit Rückgang – warum, ordnen wir im separaten Triumph-Kaufratgeber ein. Am anderen Ende der Skala explodieren die Zahlen chinesischer Hersteller wie CFMoto aus kleinem Bestand – mehr dazu in unserem China-Motorrad-Ratgeber. KTMs Comeback nach der Insolvenz zeigt sich auch hier deutlich.
Welche Motorrad-Kategorien sind 2026 gefragt?
Das Naked Bike bleibt mit Abstand die stärkste Kategorie, gefolgt von Adventure und Reiseenduro:
| Kategorie | Marktanteil (Jan–Mai 2026) |
|---|---|
| Naked Bike | 27,07 % |
| Adventure / Reiseenduro | 18,52 % |
| Sportmotorrad (SBK/SSP) | 10,42 % |
| City / Classic | 7,42 % |
| Enduro / Supermoto | 7,26 % |
| Chopper / Cruiser | 6,13 % |
Bemerkenswert: 125er wuchsen im Mai mit +18,3 Prozent deutlich stärker als große Motorräder – ein möglicher Hinweis auf eine preis- und kraftstoffsensiblere Käuferschicht, die auf günstigere Einstiegsklassen ausweicht.
Wie stark wachsen Elektromotorräder?
Am schnellsten von allen Segmenten – aber weiterhin von niedriger Basis. Zwischen Januar und Mai 2026 wurden 1.616 Elektromotorräder neu zugelassen (+88,6 Prozent, Spitzenreiter Stark Future mit 677 Einheiten), dazu 2.554 E-Kraftroller (+90,3 Prozent). Zum Vergleich: 2024 waren es im gesamten Jahr nur 5.375 Elektromotorräder. Ein aktueller Prozentanteil am Gesamtmarkt lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht exakt beziffern – die Wachstumsrate ist hoch, der absolute Anteil bleibt aber weiterhin niedrig einstellig.
Den größeren Kontext liefert unser Elektromotorrad-Marktbericht. Wie unterschiedlich die Modelle in diesem jungen Segment sind, zeigt exemplarisch unser Blick auf das NOVUS One.
Ist der Boom gefährdet?
Die Wachstumsdynamik schwankte 2026 bereits deutlich: plus 44,5 Prozent im ersten Quartal (größter Basiseffekt zum schwachen Vorjahres-Tief), dann eine spürbare Abschwächung im Mai (nur noch +1,9 Prozent bei Motorrädern über 125 Kubik), gefolgt vom kräftigen Juni-Sprung. Branchenstimmen warnen vor Kaufzurückhaltung durch hohe Energiepreise, anziehende Inflation und wirtschaftliche Stagnation – die Sorge: Anschaffungen werden verschoben, das bestehende Motorrad wird noch eine Saison länger gefahren. Verlässliche Prognosen für das zweite Halbjahr sind entsprechend mit Vorsicht zu genießen.
Was bedeutet das für dich als Käufer oder Verkäufer?
Für Käufer heißt der breite Zuwachs: mehr Auswahl, mehr Wettbewerb unter Händlern – gerade im Naked-Bike- und Adventure-Segment, wo die Nachfrage am größten ist. Für Verkäufer ist der Marktkontext wichtig für die Preiseinschätzung: Ein wachsender Neufahrzeugmarkt beeinflusst auch die Gebrauchtpreise, wie wir im Detail in unserem Ratgeber zu wertstabilen Motorrädern 2026 zeigen. Wer verkaufen möchte, findet die passende Einordnung in unserem Marktvergleich Händler vs. Privat.
Fazit
Der deutsche Motorradmarkt wächst 2026 kräftig – 116.118 Neuzulassungen im ersten Halbjahr, ein Plus von 27,5 Prozent. Ein erheblicher Teil davon ist aber Erholung von einem selbstgemachten Einbruch durch die Euro-5+-Umstellung, kein rein organischer Boom. BMW bleibt Marktführer, Kawasaki und KTM legen kräftig zu, Honda und überraschend auch Triumph verlieren gegen den Trend, und E-Motorräder wachsen prozentual am schnellsten – wenn auch von kleiner Basis. Ob sich das Tempo hält, hängt stark von der wirtschaftlichen Gesamtlage ab. Die aktuellen Angebote dazu findest du im Motorrad-Marktplatz.
Häufige Fragen
Ist der deutsche Motorradmarkt 2026 wirklich gewachsen, oder ist das nur ein Erholungseffekt? Beides. Das erste Halbjahr 2026 legte laut KBA um 27,5 Prozent auf 116.118 Neuzulassungen zu. Ein großer Teil davon ist aber ein Basiseffekt: 2025 war durch die Euro-5+-Umstellung zum 1. Januar 2025 künstlich eingebrochen (minus 35,5 Prozent). Gegenüber dem regulär hohen Vor-Umstellungs-Niveau von 2024 (251.169 Zulassungen) liegt der Markt aufs Halbjahr hochgerechnet noch nicht wieder gleichauf.
Warum stiegen die Neuzulassungen im Juni 2026 so stark um 32,4 Prozent? Vor allem wegen der niedrigen Vergleichsbasis Juni 2025, der mitten in den Euro-5+-bedingten Einbruch fiel. Zusätzlich fällt Juni in die verkaufsstarke Sommersaison. Nach einer Wachstumsdelle im Mai (nur plus 1,9 Prozent bei Motorrädern über 125 Kubik) zog der Markt im Juni wieder deutlich an.
Welche Motorradmarke verkauft sich 2026 in Deutschland am besten? BMW führt weiterhin mit 12.074 Zulassungen in der Klasse über 125 Kubik (Januar bis Mai, plus 8,9 Prozent), vor Kawasaki (8.495, plus 17,9 Prozent) und Honda (8.186, aber minus 16,9 Prozent rückläufig). Prozentual größte Gewinner sind KTM (plus 159,5 Prozent) und chinesische Hersteller wie CFMoto, die aus kleinem Bestand stark zulegen.
Wie groß ist der Anteil von Elektromotorrädern am Markt? Noch klein, aber mit der höchsten Wachstumsrate im Markt: 1.616 Elektromotorrad-Neuzulassungen zwischen Januar und Mai 2026 (plus 88,6 Prozent) plus 2.554 E-Kraftroller (plus 90,3 Prozent). Zum Vergleich: 2024 waren es im gesamten Jahr nur 5.375 Elektromotorräder bei insgesamt 251.169 Neuzulassungen.
Ist die Wachstumsdynamik von 2026 stabil, oder droht eine Abkühlung? Branchenstimmen warnen vor Kaufzurückhaltung durch hohe Energiepreise, anziehende Inflation und wirtschaftliche Stagnation. Die Wachstumsraten schwankten bereits deutlich im Jahresverlauf – von plus 44,5 Prozent im ersten Quartal auf nur plus 1,9 Prozent im Mai und wieder plus 32,4 Prozent im Juni. Verlässliche Prognosen für das zweite Halbjahr sind entsprechend vorsichtig zu lesen.
Egal ob Käufer oder Verkäufer: Nutze den aktuellen Marktschwung und vergleiche jetzt im Motorrad-Marktplatz.


