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Reiseenduros

Reiseenduros sind die unangefochtenen Alleskönner unter den Motorrädern – maximaler Langstreckenkomfort trifft auf souveräne Offroad-Fähigkeit. Von der BMW GS bis zur Honda Africa Twin.

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Die Reiseenduro (oft auch Adventure-Tourer genannt) hat in den letzten zehn Jahren den Motorradmarkt revolutioniert und ist heute die dominierende, meistverkaufte Kategorie in Europa. Kein Wunder: Wie der SUV im Automobilbereich vereint die Reiseenduro scheinbare Gegensätze. Sie bietet erstklassigen Langstreckenkomfort für Fahrer und Sozius, gigantische Zuladungskapazitäten für wochenlanges Reisen und gleichzeitig genügend Bodenfreiheit und Federweg, um auch dann weiterzufahren, wenn der Asphalt aufhört.

Warum eine Reiseenduro kaufen?

Das Geheimnis des Erfolgs liegt in der souveränen Ergonomie. Reiseenduros zwingen den Fahrer in eine sehr aufrechte, entspannte Sitzhaltung. Die Beine haben einen angenehmen Kniewinkel, der breite Lenker liegt perfekt in der Hand und das große Windschild hält den Fahrtwind und Wetterturbulenzen effizient ab.

Ein weiterer gewaltiger Vorteil ist die Übersichtlichkeit im Verkehr. Durch die hohe Bauform sitzt man über dem restlichen Verkehr und hat eine vorausschauende Sicht. Gleichzeitig schlucken die langen Federwege schlechte Straßenbeläge, Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster mühelos weg – ein enormer Sicherheits- und Komfortgewinn im europäischen Straßennetz.

Technologische Vorreiter: Reiseenduros sind heute die Innovationsträger der Hersteller. Flaggschiffe in diesem Segment sind vollgepackt mit feinster Technologie: Semi-aktive elektronische Fahrwerke, die sich während der Fahrt an die Beladung anpassen, radargestützte Abstandstempomaten (ACC), Totwinkelwarner, Kurven-ABS, schräglagenabhängige Traktionskontrollen und vollintegrierte Navigationssysteme über riesige TFT-Displays gehören bei den Top-Modellen zum Standard.

Welche Reiseenduro passt zu mir?

Der Markt ist mittlerweile stark aufgefächert und bietet für jeden Geldbeutel das passende Modell:

  • 1. Die Platzhirsche (Premium-Reiseenduros über 1000 ccm): Ganz oben thront seit Jahrzehnten die BMW R 1250 GS und ihre Nachfolgerin, die BMW R 1300 GS. Sie gilt als die absolute Benchmark in Sachen Ausgewogenheit. Wer es sportlicher mag, greift zur Ducati Multistrada V4 mit atemberaubendem V4-Motor. Für echte Globetrotter mit hohem Offroad-Anspruch führt oft kein Weg an der KTM 1290 Super Adventure R oder der Honda Africa Twin 1100 vorbei.
  • 2. Die vernünftige Mittelklasse (700 - 1000 ccm): Hier finden sich die aktuell spannendsten Neuentwicklungen. Modelle wie die BMW F 900 GS, die Triumph Tiger 900 oder die KTM 890 Adventure bieten mit rund 90 bis 100 PS mehr als genug Leistung für jede Lebenslage, sind aber deutlich leichter, agiler und günstiger als die großen Flaggschiffe. Sie stellen für viele Fahrer den perfekten Kompromiss dar.
  • 3. Einstiegs- und A2-Reiseenduros (bis 700 ccm): Auch mit dem A2-Führerschein muss man nicht aufs Reisen verzichten. Die Suzuki V-Strom 650 ist ein unverwüstlicher Dauerläufer. Leichtere Maschinen wie die KTM 390 Adventure, die Honda NX500 oder die BMW G 310 GS ermöglichen den günstigen Einstieg in die Adventure-Welt und sind dank ihres extrem niedrigen Gewichts im echten Gelände sogar den schweren 1300ern überlegen.

Für wen eignet sich eine Reiseenduro?

Für Vielfahrer, große Personen, Urlauber und Paare, die gerne zu zweit verreisen. Die Reiseenduro ist das Schweizer Taschenmesser für die Straße. Wer jeden Tag bei jedem Wetter pendelt, am Wochenende durch die Alpen jagt und im Sommer mit Zelt und Alu-Koffern ans Nordkap fährt, findet in der Reiseenduro den perfekten Begleiter. Für kleine Personen kann die hohe Sitzhöhe (oft über 850 mm) jedoch anspruchsvoll sein – viele Hersteller bieten hierfür aber ab Werk Tieferlegungskits an.

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Häufige Fragen zu Reiseenduros

Bedingt. Reiseenduros haben konstruktionsbedingt eine recht hohe Sitzhöhe (oft 850–890 mm). Fast alle Hersteller bieten jedoch niedrige Sitzbänke oder sogar komplette Fahrwerkstieferlegungen an, wodurch auch Fahrer unter 1,70m sicher den Boden erreichen können.
Die BMW GS-Reihe (insbesondere die R 1250 GS und R 1300 GS) gewinnt regelmäßig Vergleichstests aufgrund ihrer extremen Ausgewogenheit. Je nach Präferenz können aber andere Modelle besser sein: Ducati Multistrada für maximale Sportlichkeit auf Asphalt, Honda Africa Twin oder Yamaha Ténéré 700 für echte Offroad-Einsätze.
Dauerläufer wie eine ältere Suzuki V-Strom 650 oder Kawasaki Versys 650 sind als exzellente Budget-Tourer ab etwa 3.500 € zu haben. Gepflegte BMW R 1200 GS Modelle (luftgekühlt) starten bei ca. 6.000 €, moderne flüssigkeitsgekühlte 1250er GS liegen auf dem Gebrauchtmarkt meist noch jenseits der 13.000 €.