Die BMW R 1250 GS ist das erfolgreichste Motorrad ihrer Ära: Von Herbst 2018 bis 2023 gebaut, führte sie die deutsche Zulassungsstatistik Jahr für Jahr an und definierte den Maßstab, an dem sich jede Reiseenduro messen lassen muss. Seit die R 1300 GS Ende 2023 übernommen hat, ist die 1250er der Star des Gebrauchtmarkts: technisch ausgereift, extrem wertstabil und in riesiger Auswahl verfügbar. Wer eine R 1250 GS gebraucht kaufen möchte, hat aktuell die beste Auswahl aller Zeiten – vom hochgerüsteten Fernreise-Umbau bis zur gepflegten Garagenmaschine mit Scheckheft.
Motor: ShiftCam-Boxer mit 136 PS
Herzstück ist der 1.254 cm³ große Zweizylinder-Boxer mit ShiftCam-Technologie: Eine verschiebbare Einlassnockenwelle wechselt lastabhängig zwischen Teillast- und Volllastnocken. Das Ergebnis sind 136 PS (100 kW) bei 7.750/min und 143 Nm bei 6.250/min – vor allem aber ein bulliger Durchzug ab Standgasdrehzahl, kultivierter Lauf und ein moderater Verbrauch von rund 4,8 l/100 km. Mit dem 20-Liter-Tank sind etwa 400 km Reichweite realistisch, die Adventure-Variante schafft mit 30 Litern noch deutlich mehr. Der wartungsarme Kardanantrieb erspart lästiges Kettenschmieren – ideal für Vielfahrer.
Fahrwerk & Alltag
Telelever-Vorderradführung, EVO-Paralever hinten und 190/200 mm Federweg bügeln schlechte Straßen ebenso weg wie Schotterpisten. 249 kg fahrfertig klingen nach viel, doch der tiefe Schwerpunkt des Boxers macht die GS erstaunlich handlich – auch im Stadtverkehr und beim Rangieren mit Gepäck. Die Sitzhöhe von 850/870 mm lässt sich über optionale Sitzbänke weiter anpassen, das optionale Dynamic ESA reguliert Dämpfung und Federbasis automatisch je nach Beladung.
Ausstattung & Modellpflege 2021
Schon ab Werk gab es das 6,5-Zoll-TFT-Display mit Connectivity und Voll-LED-Licht. Zum Modelljahr 2021 folgte die große Modellpflege: Euro 5, serienmäßig Integral ABS Pro, dynamische Traktionskontrolle DTC und Eco-Fahrmodus, dazu optional adaptives Kurvenlicht und Sitzheizung sowie die Jubiläumsedition „40 Years GS“. Beim Gebrauchtkauf sind Facelift-Maschinen ab 2021 die erste Wahl – sie bieten fast die komplette Elektronik der Nachfolgerin zum deutlich kleineren Kurs.
Gebraucht kaufen: die kluge Alternative zur R 1300 GS
Der Preisabstand ist das stärkste Argument: Frühe R 1250 GS mit höherer Laufleistung starten bei rund 10.500 €, gepflegte Facelift-Exemplare ab etwa 14.000 € – während die R 1300 GS gebraucht kaum unter 19.000 € zu haben ist. Dafür bekommt man eine über fünf Jahre gereifte Konstruktion, deren Schwächen bekannt und deren Rückrufe längst abgearbeitet sind, ein riesiges Zubehör- und Umbauangebot sowie flächendeckende Werkstatt-Kompetenz. Auf Leistung muss dabei praktisch niemand verzichten: Die 9 PS Differenz zur 1300er spürt man auf der Reise kaum.
Fazit
Die R 1250 GS ist gebraucht einer der vernünftigsten Motorradkäufe überhaupt: bewährte Technik, Kardan statt Kette, enorme Reichweite und ein Wiederverkaufswert, von dem andere Modelle nur träumen. Wichtig sind der Nachweis der erledigten Rückrufe (Getriebe-Softwareupdate, Bremssättel früher Baujahre, Benzinleitung 2023) und eine lückenlose Servicehistorie inklusive Kardan-Check – dann steht auch sechsstelligen Laufleistungen wenig im Weg.