BMW Modelljahr 2027: Was kosten die Modelle in Deutschland?
Die ersten deutschen Preise für BMWs Modelljahr 2027 stehen – aber nur für sechs Modelle. Was sie kosten, um wie viel BMW erhöht hat und warum ausgerechnet die R 1300 GS fehlt.
Marcus Hofer
Gründer & Motorrad-Experte
BMWs Modelljahr 2027 ist seit dem 1. August bestellbar – aber nur sechs Modelle haben bislang einen deutschen Preis mit diesem Stichtag. Der Rest des Programms steht weiter auf älteren Preisständen, teils bis zurück ins Jahr 2023. Die Erhöhung fällt dabei überraschend klein aus: zwischen 100 und 200 Euro, meist exakt 160. Und ausgerechnet die beiden interessantesten Motorräder fehlen – die R 1300 GS, weil ein Facelift ansteht, und die M 1000 RR, obwohl sie die größte technische Änderung des Modelljahrs bekommt. (Stand: 11. August 2026)
Welche Modelle haben schon einen 2027er Preis?
Diese sechs tragen auf der BMW-Modellseite die Fußnote „gültig ab 01.08.2026“. Die Vergleichswerte daneben sind die Preise mit Stand 1. Januar 2026.
Auffällig ist weniger die Höhe als die Gleichmäßigkeit. Drei der sechs Modelle steigen um exakt 160 Euro, die anderen um 100 beziehungsweise 200. Gemessen am Kaufpreis sind das 0,4 bis 0,8 Prozent – bei der M 1000 XR entspricht der Aufschlag weniger als einem Prozent des Kaufpreises.
Zum Einordnen: Das ist keine Preisrunde, sondern eine Anpassung. Wer beim Händler über Zubehör verhandelt, holt diesen Betrag in aller Regel wieder herein.
Und welche Modelle fehlen noch?
Das ist der eigentlich interessante Teil, denn es sind deutlich mehr – und die Preisstände sind teilweise erstaunlich alt.
| Modell | aktueller Preis | Preisstand |
|---|---|---|
| R 1300 GS | 19.990 € | 01.02.2025 |
| R 1300 GS Adventure | 22.520 € | 01.01.2026 |
| R 1300 R | 16.550 € | 01.01.2026 |
| R 1300 RS | 17.050 € | 01.01.2026 |
| M 1000 RR | 36.300 € | Januar 2025 |
| F 450 GS | 7.220 € | 04.09.2025 |
| F 900 XR | 12.300 € | März 2025 |
| R 12 G/S | 16.990 € | März 2025 |
| R 12 nineT | 17.410 € | 23.11.2023 |
| R 18 (Basis bis Transcontinental) | 21.600 – 29.820 € | Juni 2025 |
| K 1600 GT / GTL / B | 27.190 – 29.290 € | März 2025 |
| K 1600 Grand America | 30.045 € | 01.01.2023 |
| CE 04 | 12.950 € | 03.07.2025 |
| CE 02 | 8.500 € | 07.07.2023 |
Bei einigen Modellen steht überhaupt kein Datum an der Preisangabe – darunter F 900 GS (13.750 €), F 900 GS Adventure (14.750 €), F 800 GS (10.650 €) und F 900 R (8.900 €). Ohne Stichtag lässt sich nicht sagen, welchem Modelljahr sie zuzuordnen sind.
Nebenbei: Die G 310 R und G 310 GS gibt es in der deutschen Modellübersicht nicht mehr. Ihre Nachfolge tritt die F 450 GS an – die wir uns in einem eigenen Beitrag angesehen haben.
Der merkwürdigste Befund: M 1000 RR
BMW hat im Juli offiziell mitgeteilt, welche Modelle für 2027 gepflegt werden – zwölf Stück. Von diesen zwölf haben nur sechs einen aktuellen Preis. Am deutlichsten fällt das bei der M 1000 RR auf:
Sie bekommt die größte technische Änderung des gesamten Modelljahrs – einen M-Motorsport-Rahmen der dritten Generation mit rund 30 Prozent geringeren Wandstärken und etwa 1,3 Kilogramm weniger Gewicht, dazu serienmäßige M-Schmiederäder und neue M-Track-Pakete, die die bisherigen M-Competition-Pakete ersetzen.
Und ihr Preis steht seit Januar 2025 unverändert bei 36.300 Euro. Ein Motorrad mit neuem Rahmen zum Preis von vorletztem Jahr ist ungewöhnlich – realistisch ist, dass der Preis schlicht noch nicht veröffentlicht wurde. Wer eine M 1000 RR plant, sollte den Betrag beim Händler ausdrücklich für das Modelljahr 2027 bestätigen lassen.
Warum fehlt ausgerechnet die R 1300 GS?
Weil dort ein Facelift ansteht. Drei Beobachtungen sprechen dafür, und es lohnt sich, sie sauber von den Schlussfolgerungen zu trennen.
Was belegt ist:
- Die R 1300 GS steht bei 19.990 Euro mit Preisstand 1. Februar 2025 – über anderthalb Jahre unverändert, weder zum Januar 2026 noch zum August 2026 angehoben.
- In der offiziellen Modellpflege-Mitteilung für 2027 kommen die GS-Modelle überhaupt nicht vor – weder R 1300 GS noch GS Adventure, F 900 GS oder F 450 GS.
- Die deutsche Fachpresse berichtet Ende Juli, die GS fehle in der ab August gültigen Liste mit den neuen Farben für 2027.
Was Schätzung ist – und in vielen Berichten wie eine Tatsache klingt:
- Dass die überarbeitete GS nach den Werksferien im September in Produktion geht, ist eine Ableitung aus dem Fehlen in der Liste. Die Quelle schreibt „dürfte".
- Dass die GS erstmals über 20.000 Euro kosten wird, steht dort mit gleich zwei Absicherungen: „voraussichtlich" und „wohl".
- Dass eine M 1300 GS im Frühjahr 2027 für mindestens 25.000 Euro kommt, ist ausdrücklich als Erwartung der Redaktion formuliert. BMW hat dieses Modell bis heute nicht bestätigt – es gibt keinen Namen, keinen Termin und keinen Preis in irgendeiner offiziellen Mitteilung.
Was auf den Erlkönig-Fotos zu sehen war, haben wir in BMW M 1300 GS und R 1300 GS Facelift zusammengetragen. Wer eine GS gebraucht sucht, findet die Kaufpunkte in BMW R 1300 GS gebraucht kaufen.
Was ändert sich technisch überhaupt?
Die offizielle Mitteilung vom 2. Juli fällt nüchtern aus – das Modelljahr 2027 ist überwiegend Ausstattungspflege, keine Technikoffensive:
- S 1000 RR – neue Edition M Sport in Blackstorm Metallic mit M-Motorsport-Grafik, getöntem Windschild und M-Schmiederädern; Dynamik- und Race-Paket serienmäßig. Die Farbe Bluestone metallic entfällt. USB-Ladeanschluss zieht ins Dynamikpaket ein.
- M 1000 RR – neuer Rahmen, siehe oben. Die substanzielle Änderung des Jahrgangs.
- M 1000 XR und M 1000 R – neue M-Track-Pakete I und II mit M-Laptrigger, Carbon- und Frästeile-Paket.
- F 900 XR und F 900 R – Komfortpaket enthält jetzt die M-Endurance-Kette.
- R 1300 R und R 1300 RS – Kofferhalter ab Werk, bei der R zusätzlich ein neues Tourenpaket mit Zentralverriegelung und Hauptständer.
- K 1600-Familie – Edition II in Imperialblau metallic mit eigener Plakette; mehrere Option-719-Farben entfallen.
- R 12 G/S – Option 719 in Frozen Brooklyngrau metallic, Sandrover matt entfällt.
Wer wissen will, was danach kommt, findet die mittelfristige Planung in BMW Motorrad Neuheiten 2027 und 2028 und zur neuen Boxer-Baureihe in BMW R 20.
Ein Detail zur S 1000 RR, das oft durcheinandergeht
Die aktuelle S 1000 RR leistet 210 PS (154 kW) – das ist die Maschine, die du heute für 21.150 Euro bestellst.
Die 215 PS, die derzeit durch die Berichterstattung geistern, gehören zu einem anderen Motorrad: der komplett neuen RR-Generation, für die die Fachpresse den Marktstart im Sommer 2027 erwartet. Details dazu in Neue BMW S 1000 RR. Ebenfalls noch nicht im Programm: die M 1000 RS.
Ein Preis für die Edition M Sport ist übrigens nicht veröffentlicht – die Modellseite nennt nur den Einstiegspreis von 21.150 Euro.
Sind das die Preise, die am Ende auf der Rechnung stehen?
Nein – und das ist bei BMW leicht zu übersehen. Unter jeder Preisangabe steht derselbe Satz:
Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für Deutschland, inkl. gesetzl. MwSt, zzgl. Fracht und Verpackung.
Das heißt: Die Mehrwertsteuer ist drin, die Überführung nicht. Wie hoch diese Nebenkosten ausfallen, beziffert BMW an keiner Stelle – weder auf den Modellseiten noch in der Pressemitteilung. Andere Hersteller sind da transparenter: Honda weist für Straßenmodelle 629 Euro aus, Kawasaki 400 Euro, KTM 495 Euro.
Praktischer Rat: Lass dir vom Händler den Gesamtbetrag nennen, nicht den Listenpreis. Bei einem Motorrad jenseits der 20.000 Euro ist die Differenz kein Rundungsfehler.
Lohnt es sich zu warten?
Das hängt davon ab, welches Modell du im Blick hast.
Nicht warten – der Preis steht: Bei den sechs Modellen aus der ersten Tabelle ist die Sache entschieden. Der 2027er Preis liegt 100 bis 200 Euro über dem alten, mehr passiert nicht. Wer eine S 1000 RR, S 1000 XR oder R 1300 RT will, kann bestellen.
Abwarten lohnt sich bei der R 1300 GS: Hier steht ein Facelift an, und ein noch gültiger Preis von Februar 2025 ist zugleich eine Chance. Wenn die überarbeitete GS im Herbst kommt, entsteht typischerweise Bewegung bei den Auslaufmodellen. Wer die aktuelle GS ohnehin gut findet, sollte den Händler jetzt schon auf Vorführer und Lagerfahrzeuge ansprechen.
Egal, wann du kaufst: Bei R 18, K 1600 und R 12 nineT ist keine Änderung angekündigt. Der heutige Preis ist hier vermutlich auch der von morgen.
Wie sich die Modelle langfristig im Wert halten, haben wir in Wertstabile Motorräder aufgeschlüsselt – bei BMW ist das traditionell ein Argument.
Was noch offen ist
- Wann BMW die fehlenden Preise nachreicht, ist unbekannt. Es gibt dazu keine Aussage des Herstellers.
- Kein Preis für die S 1000 RR Edition M Sport.
- Keine offizielle Preisliste als Dokument. BMW veröffentlicht Motorrad-Preislisten seit einigen Jahren nicht mehr über den Presseraum; die einzige öffentliche Quelle sind die Fußnoten auf den Modellseiten. Händler arbeiten mit einer internen Liste.
- R 1300 GS Adventure: Preisstand 1. Januar 2026 – also ebenfalls noch nicht 2027, aber neuer als bei der Basis-GS.
Das Wichtigste in Kürze
- Sechs Modelle haben einen Preis mit Stand 1. August 2026: S 1000 RR (21.150 €), S 1000 XR (19.850 €), S 1000 R (16.550 €), M 1000 R (23.290 €), M 1000 XR (26.590 €), R 1300 RT (23.190 €)
- Die Erhöhung beträgt 100 bis 200 Euro – dreimal exakt 160 Euro, also 0,4 bis 0,8 Prozent
- Von zwölf offiziell gepflegten Modellen haben nur sechs einen neuen Preis
- Die M 1000 RR bekommt die größte Technikänderung (neuer Rahmen, −1,3 kg) und steht preislich noch auf Januar 2025
- Die R 1300 GS fehlt komplett – Preisstand Februar 2025, kein Eintrag in der Modellpflege-Mitteilung, Facelift erwartet
- „GS über 20.000 Euro" und „M 1300 GS ab 25.000 Euro" sind Schätzungen der Fachpresse, keine BMW-Angaben
- Die S 1000 RR hat 210 PS. Die 215 PS gehören zur nächsten Generation ab Sommer 2027
- Alle Preise verstehen sich zuzüglich Fracht und Verpackung – BMW beziffert diese Nebenkosten nicht
Aktuelle BMW-Angebote findest du unter BMW Motorräder, und wenn du dir grundsätzlich unsicher bist, welche Baureihe zu dir passt, hilft dir unser Ratgeber BMW Motorrad kaufen.


