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Marcus Hofer

Marcus Hofer

Gründer & Motorrad-Experte

Marcus ist Mitgründer von MotoBuy und leidenschaftlicher Motorrad-Enthusiast. Er schreibt über Markttrends, Kaufentscheidungen und die Zukunft des deutschen Motorradmarkts.

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BMW F 450 GS Trophy: Lohnt sich die kleinste GS für A2?

BMW F 450 GS Trophy im Check: 420-cm³-Twin, 48 PS, 178 kg, Automatik-Kupplung ab Werk. Was die kleinste GS für A2 kann und für wen sie sich lohnt.

10. Juli 20268 Min. Lesezeit
Marcus Hofer

Marcus Hofer

Gründer & Motorrad-Experte

BMW F 450 GS Trophy: A2-Reiseenduro im Test & Kaufcheck

Die BMW F 450 GS Trophy ist die Top-Ausstattung der neuen, kleinsten GS – eine nur 178 kg leichte A2-Reiseenduro mit einem 420-cm³-Zweizylinder (48 PS), 19-Zoll-Vorderrad und, als einzige Linie serienmäßig, der automatischen Easy Ride Clutch. Für 7.990 Euro bekommst du damit echtes GS-Feeling für die A2-Klasse. Nach dem Marktstart im April 2026 liegen jetzt die ersten Fahrtests vor – und der Tenor ist überraschend klar: BMW gelingt mit der kleinsten GS ein überzeugender Wurf. Dieser Artikel ordnet Technik, Ausstattungslinien, Preise und Konkurrenz ein. (Stand: Juli 2026)

Was ist die BMW F 450 GS – und warum baut BMW sie überhaupt?

Die F 450 GS ist der neue Einstieg in die legendäre GS-Familie. Bisher klaffte eine große Lücke: unten die kleine G 310 GS mit 34-PS-Einzylinder, darüber gleich die F 800 GS mit 87 PS. Genau dazwischen – und für die A2-Klasse – setzt die F 450 GS an. Die G-310-Modelle laufen aus, die 450er wird faktisch das neue Tor zur GS-Welt.

Erstmals gezeigt wurde sie 2024 als „Concept F 450 GS", die Serienversion feierte auf der EICMA im November 2025 Premiere, seit April 2026 steht sie bei den Händlern. Wichtig für die Einordnung: Es ist der erste Motor einer komplett neuen 450er-Baureihe – BMW plant hier laut Fachpresse weitere Modelle. Gefertigt wird die Maschine übrigens Berichten zufolge in Indien beim Partner TVS, ähnlich wie zuvor die G 310.

Was kann der 420-cm³-Twin mit 135-Grad-Hubzapfen?

Er macht den entscheidenden Unterschied zur Einzylinder-Konkurrenz. Angetrieben wird die F 450 GS von einem flüssigkeitsgekühlten Reihen-Zweizylinder mit 420 cm³, der die für A2 maximal erlaubten 35 kW (48 PS) bei 8.750/min und 43 Nm bei 6.750/min leistet. Das Besondere ist der ungewöhnliche 135-Grad-Hubzapfenversatz: Er sorgt für unregelmäßige Zündabstände und damit für einen Klang und ein Laufgefühl, das eher an einen V2 als an einen typischen Parallel-Twin erinnert.

In der Praxis heißt das laut den ersten Tests: kultivierter Lauf, kräftiger Antritt schon aus niedrigen Drehzahlen (rund 80 % des Drehmoments liegen bereits ab 3.000 Umdrehungen an) und deutlich mehr Charakter als bei den Single-Konkurrenten. Dazu kommt ein niedriger Verbrauch von 3,8 l/100 km – mit dem 14-Liter-Tank ergibt das eine Reichweite von über 350 Kilometern.

Was macht die Easy Ride Clutch – und brauchst du sie?

Die Easy Ride Clutch (ERC) ist eine automatische Fliehkraftkupplung – und für Einsteiger das vielleicht stärkste Argument der Trophy. Sie kuppelt beim Anfahren und Anhalten selbstständig aus und ein: An der Ampel, im Stop-and-go oder im Gelände bei Schritttempo musst du den Kupplungshebel nicht ziehen, und abwürgen ist praktisch unmöglich.

Zwei Dinge bleiben dabei erhalten: Die Motorbremse wirkt weiter (die Kupplung bleibt im Schiebebetrieb geschlossen – wichtig bergab und im Gelände), und der Kupplungshebel funktioniert weiterhin manuell, falls du selbst kuppeln willst. In Kombination mit dem serienmäßigen Schaltassistenten fährt sich die Trophy so nahezu kupplungslos. Ein kleiner Praxis-Nachteil aus dem Test: Bei abgestelltem Motor am Hang rollt das Rad zurück, weil keine Kupplung gehalten wird.

Wichtig zu wissen: Die ERC ist nur in der Trophy serienmäßig, bei den übrigen Linien kostet sie Aufpreis.

Was unterscheidet die Trophy von Basic, Exclusive und Sport?

BMW bietet die F 450 GS in vier Linien an, die aufeinander aufbauen:

  • Basic (7.220 €): Grundausstattung mit den drei Fahrmodi Rain, Road und Enduro, ABS Pro, Traktionskontrolle, 6,5-Zoll-TFT und Voll-LED – aber ohne Schaltassistent.
  • Exclusive (7.520 €): zusätzlich Enduro-Fußrasten, Handprotektoren, Kunststoff-Motorschutz, die erweiterten Riding Modes Pro und den Schaltassistenten Pro.
  • Sport (7.670 €): wie Exclusive, dazu ein einstellbares Sportfahrwerk (KYB-Gabel mit Zug- und Druckstufenverstellung), in Racing Red.
  • Trophy (7.990 €): die Vollausstattung in Racing Blue Metallic – Sportfahrwerk, getöntes Rallye-Windschild, Aluminium-Motorschutz, weiße Handprotektoren und als einzige Linie die Easy Ride Clutch ab Werk.

Unterm Strich ist die Trophy die Rallye-Optik-Variante mit dem kompletten Paket. Der Aufpreis von 770 Euro gegenüber der Basis ist überschaubar – zumal allein die serienmäßige Automatik-Kupplung sonst extra kostet.

Wie fährt sich die F 450 GS – und taugt sie wirklich ins Gelände?

Die ersten Tests sind angetan. Mit 178 kg fahrfertig, 845 mm Sitzhöhe (optional 830 oder 865 mm) und je 180 mm Federweg ist die F 450 GS ein echtes Leichtgewicht im Segment. Auf der Straße loben die Tester das „blitzschnelle" Einlenken und ein leichtfüßiges, fast supermoto-artiges Handling – auch bei Nässe berechenbar. Und im Gelände? „Überraschend viel GS in der F 450", so das Fazit eines Trophy-Tests: Dank 19-Zoll-Front, Enduro-Modus und geringem Gewicht kommt sie weiter, als man ihr zutrauen würde.

Die Schwächen sind ehrlich zu nennen:

  • Kein Tempomat – auf langen Etappen ein Manko.
  • Schwacher Windschutz und ab etwa 130 km/h flacht die Beschleunigung ab; die F 450 GS ist keine Autobahn-Meilenfresserin, sondern eine Landstraßen- und Trail-Enduro.
  • Gussräder serienmäßig – im harten Offroad-Einsatz weniger robust als Speichenräder, die es nur teuer als Zubehör gibt.
  • Zu zweit wird es mit Zuladung und Windschutz knapp.

Wer die kleinste GS in den Kontext des ganzen Segments setzen will, findet in unseren Ratgebern beste Adventure-Motorräder und Reiseenduro kaufen den Überblick.

Was kostet die BMW F 450 GS Trophy?

In Deutschland liegt die Trophy bei 7.990 Euro (UVP), die Basisversion startet bei 7.220 Euro. Das ist für ein echtes Premium-Adventure mit voller Elektronik ein aggressiver Preis – gemessen an dem, was man an GS-Feeling und Ausstattung bekommt.

Ein paar Punkte zum Budget:

  • Kreuzspeichenräder (für ernsthaftes Gelände sinnvoll) kosten rund 1.000 Euro extra; eine voll ausgestattete Trophy mit Speichenrädern landet bei etwa 9.000 Euro.
  • Ein Gebrauchtmarkt existiert praktisch noch nicht – die Maschine ist zu neu, und die Stückzahlen für 2026 sind knapp. Junge Vorführer wechseln kaum unter Neupreis den Besitzer, was für eine hohe Wertstabilität spricht.
  • Für die A2-Klasse bleibt die F 450 GS trotzdem im bezahlbaren Rahmen – in unserem Vergleich beste Motorräder bis 10.000 Euro spielt sie klar mit.

F 450 GS oder Konkurrenz? Der A2-Adventure-Vergleich

Die F 450 GS trifft auf ein volles Segment – aber ihre echte Peer-Group sind die A2-Zweizylinder-Enduros:

  • Aprilia Tuareg 457: ebenfalls 48-PS-Twin, mit 21-Zoll-Front und 18-Liter-Tank offroad-orientierter, aber schwerer und mit rund 8.200 Euro etwas teurer.
  • Honda NX500: bewährter 471-cm³-Twin mit knapp 48 PS, straßiger ausgelegt, um die 7.500 Euro.
  • CFMoto 450MT: der Preisbrecher ab 5.999 Euro – in Deutschland allerdings auf 42 PS gedrosselt und damit weniger stark. Mehr zum Restwert solcher Modelle in unserem Ratgeber China-Motorrad Restwert.

Im breiteren A2-Enduro-Umfeld stehen zudem die Einzylinder-Modelle: die KTM 390 Adventure (ab 6.999 Euro, sehr agil), die Royal Enfield Himalayan 450 (günstig, entspannt) und die Voge DS-Reihe. Der Twin der BMW ist gegenüber all diesen Singles der Komfort- und Charakter-Trumpf – dafür sind KTM, CFMoto und Himalayan teils spürbar günstiger.

Kurz gesagt: Willst du das kultivierteste Triebwerk, das leichteste Handling und den GS-Namen, führt wenig an der F 450 GS vorbei. Zählt jeder Euro, sind die Single-Alternativen die schärferen Preisangebote.

Für wen lohnt sich die F 450 GS Trophy?

Ideal ist die Trophy für A2-Fahrer, Wiedereinsteiger und alle, die eine leichte, handliche Enduro suchen – besonders, wenn die automatische Kupplung den Einstieg erleichtern soll. Wer viel im Stadtverkehr, auf der Landstraße und auf leichten Trails unterwegs ist, bekommt hier ein enorm ausgewogenes Paket. Auch für kleinere Fahrer ist die niedrige Sitzoption interessant.

Weniger die richtige Wahl ist sie für Vielfahrer mit hohem Autobahn- und Zwei-Personen-Anteil (fehlender Tempomat, wenig Windschutz) und für Hardcore-Offroader, die um die Speichenrad-Zubehörkosten nicht herumkommen. Wer noch beim Führerschein steht, findet die Einordnung der Klassen in unserem Ratgeber zu 125 ccm und B196, und einen Überblick über weitere Einsteiger in die besten A2-Motorräder.

Fazit

Mit der F 450 GS Trophy schließt BMW eine echte Lücke: eine leichte, charakterstarke A2-Reiseenduro mit GS-Genen, kultiviertem Twin und der praktischen Easy Ride Clutch – zum fairen Preis von 7.990 Euro. Die Kritikpunkte (kein Tempomat, mäßiger Windschutz, Gussräder ab Werk) sind real, aber verschmerzbar für die Zielgruppe. Als Einstieg in die GS-Welt und als kultiviertes Gegenstück zur Einzylinder-Konkurrenz ist sie eine der spannendsten A2-Neuheiten des Jahres. Alle technischen Daten, Varianten und aktuelle Angebote findest du auf der Modellseite der BMW F 450 GS.

Häufige Fragen

Ist die BMW F 450 GS A2-tauglich? Ja, ab Werk. Der 420-cm³-Zweizylinder leistet exakt die für den A2-Führerschein maximal erlaubten 35 kW (48 PS). Eine offene, stärkere Version gibt es nicht – nach dem Aufstieg auf den A-Führerschein fährst du dieselbe Maschine einfach ohne Drossel-Umbau weiter.

Was kostet die BMW F 450 GS Trophy? Die Top-Linie Trophy kostet in Deutschland 7.990 Euro (UVP). Die Basisversion startet bei 7.220 Euro, dazwischen liegen Exclusive (7.520 Euro) und Sport (7.670 Euro). Echte Kreuzspeichenräder gibt es nur als Zubehör für rund 1.000 Euro Aufpreis. Marktstart in Deutschland war im April 2026.

Was ist die Easy Ride Clutch bei der F 450 GS? Eine automatische Fliehkraftkupplung. Sie kuppelt beim Anfahren und Anhalten selbstständig – du musst an der Ampel oder im Schritttempo den Kupplungshebel nicht ziehen, und abwürgen ist praktisch unmöglich. Die Motorbremse bleibt erhalten, der Kupplungshebel funktioniert weiter manuell. Serienmäßig ist sie nur in der Trophy, bei den anderen Linien als Option.

Was ist der Unterschied zwischen F 450 GS und F 800 GS? Die F 450 GS ist die kleinere, leichtere A2-Einstiegs-GS: 420 cm³, 48 PS, 178 kg, 19-Zoll-Vorderrad und offroad-orientiert. Die F 800 GS hat mit 87 PS deutlich mehr Leistung, mehr Straßenkomfort und ist nicht auf A2 ausgelegt. Wer den A2-Führerschein hat oder ein leichtes Bike sucht, ist bei der 450er richtig.

Taugt die BMW F 450 GS ins Gelände? Für leichtes Gelände, Schotter und Trails ja – dank 19-Zoll-Front, 180 mm Federweg, geringem Gewicht und Enduro-Fahrmodus. Ein Kritikpunkt aus den ersten Tests: Serienmäßig hat sie Gussräder, die im harten Offroad-Einsatz weniger robust sind als Speichenräder. Echte Kreuzspeichenräder gibt es nur teuer als Zubehör.

Wo wird die BMW F 450 GS gebaut? Laut übereinstimmenden Berichten wird die F 450 GS in Indien beim BMW-Partner TVS gefertigt und weltweit exportiert – ähnlich wie zuvor die kleinere G 310. BMW selbst nennt den Fertigungsort in der Pressemeldung nicht ausdrücklich. An der Qualitätssicherung und Garantie ändert das nichts.


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