125ccm Motorrad & B196: Führerschein, Kosten und die besten 125er im Überblick
125ccm Motorrad & B196: Voraussetzungen und Kosten für den Führerschein, laufende Kosten und die besten 125er Modelle 2026 von Naked bis Sport im Überblick.
Marcus Hofer
Gründer & Motorrad-Experte
Ein 125er ist der ideale Einstieg ins Motorradfahren – und dank B196 dürfen ihn auch Autofahrer ohne komplette Motorradprüfung bewegen. Kein Wunder, dass die Nachfrage nach 125ccm-Bikes und der B196-Erweiterung stark steigt. Dieser Ratgeber (Stand: Juli 2026) klärt Führerschein, echte Kosten und die besten Modelle, damit du die richtige Wahl triffst. Passende Angebote findest du direkt im Motorrad-Marktplatz.
Was ist ein 125er – und was darf ich damit fahren?
Ein 125er ist ein Leichtkraftrad der Führerschein-Klasse A1: maximal 125 cm³ Hubraum, höchstens 11 kW (15 PS) und ein Leistungsgewicht von maximal 0,1 kW/kg. Eine gesetzliche Tempo-Grenze gibt es nicht – in der Praxis fahren die meisten 125er rund 100 bis 110 km/h, genug für Stadt, Landstraße und Stadtautobahn.
Zugang zu dieser Klasse bekommst du auf zwei Wegen: über den echten A1-Führerschein oder über die B196-Erweiterung deines Autoführerscheins. Beide erlauben exakt dieselben Fahrzeuge – der Unterschied liegt im Weg dorthin.
B196: 125er mit dem Autoführerschein fahren
Mit der Schlüsselzahl B196 darfst du als Inhaber eines Autoführerscheins 125er fahren – ohne komplette Motorradprüfung. Das ist der schnellste und günstigste Weg auf ein Leichtkraftrad, hat aber klare Voraussetzungen und Grenzen.
Voraussetzungen:
- Mindestalter 25 Jahre
- Besitz der Klasse B seit mindestens 5 Jahren
Ablauf und Umfang:
- Eine Pflichtschulung von 9 Einheiten à 90 Minuten: 4 Theorie- und 5 Praxis-Einheiten.
- Keine Prüfung – weder Theorie noch Praxis.
- Nach der Schulung wird die 196 bei der Führerscheinstelle in deinen bestehenden Führerschein eingetragen (zwischen Schulungsende und Eintragung dürfen maximal 12 Monate liegen).
Kosten 2026: je nach Fahrschule meist rund 700 bis 950 Euro, einzelne Angebote ab circa 699 Euro.
Die wichtigste Einschränkung: B196 gilt nur in Deutschland und lässt sich nicht auf A2 oder A erweitern. Wer ins Ausland fahren oder später ein größeres Motorrad möchte, ist mit dem A1 besser bedient. Übrigens deckt der reine B-Führerschein keine 125er ab – dafür brauchst du zwingend die 196. Die Rahmenbedingungen fassen wir auch im Überblick zu den neuen Motorrad-Gesetzen zusammen.
B196 oder A1? Der Unterschied
Beide erlauben dieselben 125er – aber sie unterscheiden sich grundlegend bei Prüfung, Alter, Gültigkeit und Ausbaufähigkeit.
| Merkmal | B196 | A1 |
|---|---|---|
| Prüfung | keine (nur Schulung) | Theorie- und Praxisprüfung |
| Mindestalter | 25 (+ 5 Jahre Klasse B) | 16 |
| Gültigkeit | nur Deutschland | EU-weit |
| Ausbau auf A2/A | nicht möglich | möglich (Aufstieg) |
| Kosten | ca. 700–950 € | ab ca. 2.600 € |
Faustregel: B196 lohnt für Autofahrer ab 25, die vor allem in Deutschland unterwegs sind und keine große Maschine planen. A1 ist die richtige Wahl für alle unter 25, für Fahrten ins EU-Ausland oder wenn später der Aufstieg auf A2 kommen soll. Wer ohnehin mehr Leistung will, überspringt die 125er-Stufe und geht gleich A2 (bis 48 PS, ab 18). Die kleinere Stufe darunter – 50er mit Klasse AM – behandeln wir im 50ccm-Ratgeber.
Die besten 125er Motorräder 2026
Das Angebot ist riesig – vom sportlichen Supersportler bis zum günstigen China-Naked. Hier die relevantesten Modelle nach Typ, mit Richtpreisen (neu, 2026).
Naked Bikes:
- KTM 125 Duke (ca. 4.300–5.300 €): scharf gezeichnet, sportliches Fahrwerk – der Klassiker der Klasse.
- Yamaha MT-125 (ca. 4.600–5.500 €): eine der meistverkauften 125er in Deutschland.
- Honda CB125R (ab ca. 4.400 €): hochwertig verarbeitetes Premium-125er – Details auf der Modellseite.
- Kawasaki Z125 (ca. 5.300 €): das Naked aus der Z-Familie, passend zum Kawasaki-Programm.
Sport:
- Aprilia RS 125 (ca. 5.000–5.900 €): der Supersportler-Look mit echtem Racing-Feeling.
- Yamaha YZF-R125 (ca. 5.000–5.500 €) und KTM RC 125 (ca. 6.100 €): sportlich verkleidete Alternativen.
Retro & Scrambler:
- Fantic Caballero Scrambler 125 (ca. 5.590 €): stylische italienische Scrambler.
- Mash, Brixton und Mutt (ca. 3.500–4.500 €): retro-inspirierte 125er mit viel Charakter zum fairen Preis. Gerade Mash legt bei der Nachfrage aktuell deutlich zu.
China & günstig:
- Voge R125 (ab 3.669 €) bzw. R125 S mit ABS und Traktionskontrolle (3.799 €): viel Ausstattung fürs Geld, vertrieben über das BMW-Motorrad-Netz.
- Zontes (ab ca. 2.700 €) und QJMotor COV 125 (3.999 €): günstige, gut ausgestattete Einsteiger.
Insgesamt reicht die Neupreis-Spanne von rund 3.500 Euro (China) bis rund 6.500 Euro (Premium-Sport). Gepflegte gebrauchte Marken-125er gibt es ab etwa 2.500 bis 3.000 Euro – hier hilft unsere Checkliste für den Gebrauchtkauf.
125er Roller als Alternative
Wer vor allem pendelt, sollte den 125er-Roller nicht übersehen: Automatik statt Schalten, Stauraum unter der Sitzbank und Wetterschutz. Beliebte Modelle sind der Honda PCX125 (ca. 4.000–4.500 €), der Yamaha NMAX 125 (ab 4.249 €) und die Vespa Primavera 125 (ab 5.350 €). Fahrerlaubnis und laufende Kosten sind identisch zum 125er-Motorrad.
Was kostet ein 125er im Unterhalt?
Der große Vorteil: Ein 125er ist extrem günstig im Unterhalt. Ein A1-Modell mit maximal 11 kW ist komplett von der Kfz-Steuer befreit (0 Euro). Erst wenn die Leistung 11 kW übersteigt, fällt überhaupt Steuer an – dann greift die Formel (Hubraum ÷ 25) × 1,84 Euro, bei 125 ccm also rund 9 Euro im Jahr.
| Kostenpunkt | 125er (A1/B196) |
|---|---|
| Kfz-Steuer (bis 11 kW) | 0 € |
| Haftpflicht (ältere Fahrer) | ca. 50–70 €/Jahr |
| Haftpflicht (Anfänger, 16 J.) | ca. 150–300 €/Jahr |
| Verbrauch | ca. 2,5–3,5 l/100 km |
Wie sich die Versicherung im Detail zusammensetzt und wo du sparst, erklärt unser Ratgeber zum Motorrad versichern.
Lohnt sich ein 125er – oder gleich A2?
Ein 125er lohnt sich, wenn du günstig mobil sein willst, überwiegend Stadt und Landstraße fährst und (bei B196) das passende Alter mitbringst. Für Pendler und Wiedereinsteiger ist die B196-Erweiterung oft der pragmatischste Weg – schnell, ohne Prüfung, in wenigen Wochen erledigt.
Zum A2 (bis 48 PS) solltest du greifen, wenn dir 15 PS auf Dauer zu wenig sind, du regelmäßig auf der Autobahn oder zu zweit unterwegs bist oder ohnehin den Aufstieg zum großen Motorrad planst. Da der A2 eine echte Prüfung verlangt, lohnt der Umweg über ein 125er dann meist nicht – es sei denn, du bist unter 18 und willst früh Fahrpraxis sammeln.
Fazit
Ein 125er ist 2026 der beliebteste Einstieg ins Motorradfahren – und über B196 auch für Autofahrer ab 25 in wenigen Wochen und ohne Prüfung erreichbar. Der Unterhalt ist dank Steuerbefreiung und günstiger Versicherung minimal. Bei den Modellen hast du die freie Wahl: sportliche KTM und Aprilia, solide Yamaha und Honda, stylische Retro-Bikes von Mash und Fantic oder günstige China-125er von Voge und Zontes. Wichtig ist nur die ehrliche Frage vorab: reicht dir ein 125er – oder planst du langfristig mehr Leistung und gehst besser gleich A2? Deine Antwort findest du im Motorrad-Marktplatz.
Häufige Fragen
Was kostet der B196? Die B196-Erweiterung kostet 2026 meist zwischen 700 und 950 Euro als Komplettpreis inklusive der Pflichtschulung. Einzelne Fahrschulen bieten sie ab rund 699 Euro an, teurere Angebote liegen bei bis zu 1.200 Euro. Da keine Prüfung anfällt, gibt es keine zusätzlichen Prüfungsgebühren.
Wie schnell fährt ein 125er? Ein 125er der Klasse A1 ist auf 11 kW (15 PS) begrenzt und erreicht damit in der Regel rund 100 bis 110 km/h. Eine gesetzliche Tempo-Obergrenze gibt es nicht – die Höchstgeschwindigkeit ergibt sich aus Leistung und Aerodynamik des jeweiligen Modells. Für Landstraße und Stadtautobahn reicht das gut aus.
Darf ich mit B196 ins Ausland fahren? Nein. Die Schlüsselzahl 196 ist eine rein nationale Regelung und gilt ausschließlich in Deutschland. Wer mit einem 125er ins EU-Ausland fahren möchte, braucht den echten A1-Führerschein, der EU-weit anerkannt ist.
B196 oder A1 – was ist besser? B196 ist schneller und günstiger: keine Prüfung, nur neun Pflichteinheiten, ab 25 Jahren, aber nur in Deutschland gültig und nicht auf A2 ausbaubar. A1 verlangt eine echte Prüfung, ist ab 16 möglich, gilt EU-weit und lässt sich später auf A2 erweitern. Autofahrer über 25, die nur national fahren, wählen meist B196.
Wie alt muss ich für den B196 sein? Für die B196-Erweiterung musst du mindestens 25 Jahre alt sein und den Autoführerschein (Klasse B) seit mindestens 5 Jahren besitzen. Wer jünger ist oder die Klasse B noch nicht so lange hat, kommt nur über den A1-Führerschein an ein 125er.
Gibt es beim B196 eine Prüfung? Nein. Beim B196 gibt es weder eine Theorie- noch eine Praxisprüfung. Du absolvierst nur eine Pflichtschulung von neun Einheiten à 90 Minuten (vier Theorie plus fünf Praxis). Danach wird die Schlüsselzahl 196 in deinen Führerschein eingetragen.
Was kostet ein 125er im Unterhalt? Sehr wenig: Ein 125er mit maximal 11 kW ist von der Kfz-Steuer befreit (0 Euro). Die Haftpflicht kostet ältere Fahrer oft nur 50 bis 70 Euro im Jahr, Fahranfänger mit 16 zahlen eher 150 bis 300 Euro. Der Verbrauch liegt typisch bei 2,5 bis 3,5 Litern auf 100 Kilometer.
Wie viel PS hat ein 125er? Ein 125er der Klasse A1 darf maximal 11 kW leisten – das entspricht 15 PS. Zusätzlich gilt ein Leistungsgewicht von höchstens 0,1 kW pro Kilogramm. Diese Grenzen gelten sowohl für den A1-Führerschein als auch für die B196-Erweiterung.
Bereit für dein erstes 125er? Vergleiche jetzt passende Modelle im Motorrad-Marktplatz oder finde geprüfte Anbieter im Händlernetzwerk.


