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Markt & Trends

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Marcus Hofer

Marcus Hofer

Gründer & Motorrad-Experte

Marcus ist Mitgründer von MotoBuy und leidenschaftlicher Motorrad-Enthusiast. Er schreibt über Markttrends, Kaufentscheidungen und die Zukunft des deutschen Motorradmarkts.

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KTM-Rabatte auf Lagerfahrzeuge: Warum sie so hoch sind und wie lange sie halten

Bis zu 4.000 € Nachlass auf KTM-Lagerfahrzeuge – die Halbjahreszahlen der Konzernmutter erklären, warum. 10.190 Motorräder wurden abgebaut, die Null-Prozent-Finanzierung endet am 30. September. Was das für Käufer bedeutet.

27. August 202610 Min. Lesezeit
Marcus Hofer

Marcus Hofer

Gründer & Motorrad-Experte

KTM-Rabatte: Warum Lagerfahrzeuge jetzt billig sind – und wie lange noch
KI-generiert

KTM gibt derzeit bis zu 4.000 € Nachlass auf Lagerfahrzeuge der Modelljahre 2024 bis 2026. Die Halbjahreszahlen der Konzernmutter liefern die Erklärung: Die Lagerbestände bei Gruppe und Händlern wurden seit Jahresbeginn um 10.190 Motorräder abgebaut, das operative Ergebnis war im zweiten Quartal erstmals seit dem Sanierungsverfahren wieder positiv. Wer ein Lagerfahrzeug will, kauft damit im Tief – aber die Null-Prozent-Finanzierung ist bis zum 30. September 2026 befristet, und die Barpreisnachlässe kann KTM jederzeit beenden. (Stand: 27. August 2026)

Was sagen die neuen Halbjahreszahlen?

Die Konzernmutter von KTM, Husqvarna und GASGAS hat am 27. August 2026 die Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht. Die für Käufer wichtigen Punkte:

  • Konzernumsatz 701,4 Mio. € (+65,0 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2025)
  • Motorradumsatz 579,6 Mio. € (+109,1 %) – also mehr als verdoppelt
  • 89.004 verkaufte Motorräder außerhalb Indiens (+91,9 %); zusammen mit dem indischen Direktvertrieb 147.572 Einheiten weltweit
  • EBITDA 37,6 Mio. € bei einer Marge von 5,4 % – nach einem Minus von 183,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum
  • Fixkosten um 65,8 Mio. € gesenkt
  • Im zweiten Quartal war das operative Ergebnis erstmals seit Abschluss des Sanierungsverfahrens wieder positiv, die EBITDA-Marge lag dort bei 8,7 %

Und die Zahl, um die es in diesem Beitrag geht: Die Lagerbestände an Motorrädern bei der Gruppe und den Händlern wurden seit Jahresbeginn um 10.190 Stück reduziert und nach Unternehmensangaben auf ein stabiles Niveau gebracht.

Warum sind die Rabatte gerade so hoch?

Weil dieser Lagerabbau nicht von selbst passiert. Ein Motorrad, das beim Händler steht, bindet Kapital und verliert mit jedem Modelljahrwechsel an Verkaufswert. Genau deshalb laufen seit dem 1. Juli 2026 die Preisnachlässe auf die Modelljahre 2024, 2025 und 2026 – sie sind das Werkzeug, mit dem die 10.190 Einheiten aus dem Bestand verschwunden sind.

Für Käufer ist das die entscheidende Einordnung: Die Nachlässe sind kein Dauerzustand, sondern eine Aufräumaktion. Sie sind hoch, weil der Bestand hoch war. Ist er abgebaut – und das Unternehmen sagt selbst, das Niveau sei jetzt stabil – fällt der Grund für Nachlässe dieser Größenordnung weg.

Welche Modelle sind wie stark reduziert?

Die folgende Auswahl zeigt die deutlichsten Nachlässe. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer, aber zuzüglich 495 € Überführungs- und Nebenkosten.

ModellModelljahrAktionspreisstattErsparnis
1290 Super Duke GT202418.499 €22.499 €4.000 €
1290 Super Adventure R202419.799 €22.299 €2.500 €
890 Adventure R202414.490 €16.490 €2.000 €
1390 Super Duke R202419.499 €21.499 €2.000 €
1290 Super Adventure S202419.599 €21.599 €2.000 €
390 Adventure20245.299 €7.099 €1.800 €
790 Adventure202410.290 €11.990 €1.700 €
790 Duke20247.699 €9.199 €1.500 €
690 SMC R202610.999 €12.499 €1.500 €
890 Adventure202413.690 €15.190 €1.500 €
300 EXC202510.549 €11.549 €1.000 €
390 Duke20255.399 €6.299 €900 €

Zwei Muster fallen auf.

Erstens: Das Modelljahr entscheidet mehr als das Modell. Fast alle großen Nachlässe entfallen auf 2024er-Fahrzeuge. Bei 2025 und 2026 wird der Abstand kleiner – die 390 Duke etwa kostet als 2025er wie als 2026er 5.399 €, nur der Ausgangspreis war beim jüngeren Jahrgang niedriger.

Zweitens: Die Offroad-Palette ist flächendeckend um 1.000 € reduziert. Das gilt für die komplette 2025er-Motocross- und Enduro-Reihe von der 125 SX bis zur 500 EXC-F, jeweils samt Six-Days-Varianten. Wer aus dieser Kategorie kauft, findet also nicht ein Schnäppchenmodell, sondern eine durchgehend günstigere Palette.

Bei 790 Duke, 990 Duke, 1390 Super Duke R und 790 Adventure legt KTM zusätzlich ein Tech Pack ohne Aufpreis dazu – allerdings nur, sofern für das jeweilige Fahrzeug überhaupt ein Nachlass gewährt wird.

Nicht jedes Modell der aktuellen Jahrgänge ist reduziert: Die 990 Duke im Modelljahr 2026 etwa steht mit 12.490 € zum regulären Preis in derselben Liste.

Was hat eine Frist – und was nicht?

Hier lohnt es sich, genau hinzusehen, weil beides gern in einen Topf geworfen wird.

Die Finanzierung hat ein hartes Enddatum. Die Angebote von KTM Finance sind ausdrücklich bis 30.09.2026 gültig:

  • 0,00 % effektiver Jahreszins über 36 Monate auf ausgewählte Modelle. Rechenbeispiel des Herstellers für die 125 SMC R aus dem Modelljahr 2026: Kaufpreis 5.299 €, Anzahlung 1.059,80 €, erste Rate 5,80 €, danach 34 Raten zu 31 €, Schlussrate 3.179,40 €.
  • Für die 1390 Super Duke R (Modelljahr 2026, 20.990 €): Anzahlung 4.198 €, erste Rate 118 €, danach 34 Raten zu 120 €, Schlussrate 12.594 €.
  • 1,99 % auf ausgewählte Adventure-Modelle, etwa die 790 Adventure des Modelljahrs 2026 zu 10.790 € ab 75 € monatlich.

Die Barpreisnachlässe haben dagegen kein genanntes Enddatum. In den Bedingungen steht, das Angebot gelte seit dem 01.07.2026 „vorbehaltlich der Fortführung der Aktion", und KTM behalte sich vor, es jederzeit zu ändern oder zu beenden. Bereits geschlossene Kaufverträge bleiben davon unberührt.

Das ist keine Beruhigung, sondern das Gegenteil: Eine Aktion ohne Enddatum kann morgen vorbei sein, während eine befristete wenigstens planbar ist.

Jetzt kaufen oder warten?

Die Zahlen sprechen recht klar für jetzt – aber aus einem anderen Grund, als man vermuten würde.

Für den Kauf jetzt spricht: Der Lagerbestand ist nach Unternehmensangaben abgebaut und auf stabilem Niveau. Der Druck, der die Nachlässe erzeugt hat, ist damit weg. Gleichzeitig war das operative Ergebnis im zweiten Quartal erstmals wieder positiv – ein Unternehmen, das gerade in die schwarzen Zahlen zurückkehrt, hat wenig Anlass, im vierten Quartal erneut 4.000 € pro Fahrzeug abzugeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachlässe eher kleiner als größer werden, ist also hoch.

Gegen den Kauf jetzt spricht: wenig – außer man will ohnehin ein Modell aus dem Jahrgang 2027, das von der Aktion gar nicht erfasst ist.

Konkret heißt das: Wer ein bestimmtes Modell im Blick hat, sollte prüfen, ob es als 2024er-Lagerfahrzeug verfügbar ist. Dort sitzt fast der gesamte Nachlass. Und wer finanzieren will, hat mit dem 30. September ein echtes Datum im Kalender.

Worauf sollte ich beim Lagerfahrzeug achten?

Ein Lagerfahrzeug ist ein Neufahrzeug – aber eines, das gestanden hat. Drei Punkte lohnen die Nachfrage beim Händler:

Standzeit und ihre Folgen. Reifen altern auch ohne Kilometer, Batterien entladen sich. Bei einem Fahrzeug aus dem Modelljahr 2024 ist beides ein legitimes Thema für das Verkaufsgespräch. Die DOT-Nummer auf dem Reifen verrät das Produktionsdatum.

Garantie und Gewährleistung starten mit der Erstzulassung, nicht mit dem Modelljahr. Ein lange gestandenes Fahrzeug hat also nicht weniger Garantie – dieser oft geäußerte Verdacht stimmt so nicht.

Der Wiederverkauf richtet sich nach dem Baujahr. Ein 2024er-Fahrzeug wird in zwei Jahren als 2024er gehandelt, egal wann es zugelassen wurde. Wer plant, früh wieder zu verkaufen, sollte den Nachlass gegen genau diesen Effekt rechnen. Bei 4.000 € Ersparnis geht die Rechnung meist auf, bei 400 € eher nicht. Was dein aktuelles Motorrad heute wert ist, lässt sich im Marktplatz gegenprüfen.

Ein vierter Punkt betrifft speziell KTM: Der Ausblick der Konzernmutter nennt als Ziel unter anderem „Portfoliooptimierung". Was das konkret bedeutet, sagt das Unternehmen nicht – Modellstreichungen sind damit aber nicht ausgeschlossen. Wer ein Modell kauft, das in einer Nische steht, sollte im Hinterkopf behalten, dass Ersatzteilversorgung und Restwert bei ausgelaufenen Baureihen anders aussehen als bei Volumenmodellen. Ein Grund gegen den Kauf ist das nicht, ein Argument für ein gängiges Modell schon.

Und wie steht KTM insgesamt da?

Besser als vor einem Jahr, aber noch nicht am Ziel. Der Motorradumsatz hat sich im Halbjahr mehr als verdoppelt, das EBITDA ist wieder positiv, die Fixkosten sind um 65,8 Mio. € gesunken. Unter dem Strich stand im Halbjahr dennoch weiterhin ein negatives Ergebnis.

Der Vergleich mit dem Vorjahr taugt dabei nur eingeschränkt: Das Vorjahresergebnis war durch einen einmaligen Sanierungsgewinn geprägt und deshalb rechnerisch positiv, ohne dass das operative Geschäft getragen hätte. Wer die Entwicklung einordnen will, schaut besser auf EBITDA und Absatz – und beide zeigen nach oben.

Ausführlicher haben wir die Lage nach der Übernahme in KTM nach der Bajaj-Übernahme und die Kaufsicherheit in KTM kaufen nach der Insolvenz aufgearbeitet. Die Preise der aktuellen Offroad-Jahrgänge stehen in unserem Beitrag zu den KTM- und GASGAS-Enduros 2027.

Häufige Fragen zu den KTM-Rabatten

Warum sind KTM-Lagerfahrzeuge gerade so günstig? KTM baut Lagerbestände ab. Laut Halbjahresbericht der Konzernmutter wurden die Bestände bei Gruppe und Händlern seit Jahresbeginn um 10.190 Motorräder reduziert. Die Preisnachlässe auf Modelljahrgänge 2024 bis 2026 sind das sichtbare Werkzeug dafür.

Bis wann laufen die KTM-Rabatte? Zwei Dinge müssen unterschieden werden. Die Null-Prozent-Finanzierung über KTM Finance ist ausdrücklich bis 30.09.2026 befristet. Die Barpreisnachlässe selbst haben kein genanntes Enddatum – sie gelten seit 01.07.2026 „vorbehaltlich der Fortführung der Aktion", KTM kann sie also jederzeit beenden.

Welches Modell hat den größten Nachlass? Die 1290 Super Duke GT aus dem Modelljahr 2024: 18.499 € statt 22.499 €, also 4.000 € weniger. Danach folgen die 1290 Super Adventure R mit 2.500 € und mehrere Modelle mit 2.000 € Nachlass, darunter die 890 Adventure R und die 1390 Super Duke R, jeweils aus dem Modelljahr 2024.

Gilt der Rabatt auch für aktuelle Modelljahre? Teilweise. Die Aktion umfasst die Modelljahre 2024, 2025 und 2026, aber nicht jedes Modell bekommt einen Nachlass. Die 990 Duke im Modelljahr 2026 etwa steht mit 12.490 € zum regulären Preis in der Liste. Die höchsten Nachlässe entfallen fast durchgehend auf 2024er-Fahrzeuge.

Sind die genannten Preise Endpreise? Nein. Zu allen Aktionspreisen kommen 495 € Überführungs- und Nebenkosten hinzu. Außerdem gelten die Nachlässe nur bei teilnehmenden, autorisierten KTM-Händlern – nicht automatisch bei jedem Betrieb.

Ist KTM als Marke wieder stabil? Die Richtung stimmt. Das operative Ergebnis war im zweiten Quartal 2026 erstmals seit Abschluss des Sanierungsverfahrens wieder positiv, der Motorradumsatz im Halbjahr hat sich mehr als verdoppelt. Unter dem Strich stand im Halbjahr aber weiterhin ein Minus, und der Ausblick nennt „Portfoliooptimierung" – Modellstreichungen sind damit nicht ausgeschlossen.

Worauf sollte ich beim Kauf eines Lagerfahrzeugs achten? Auf das Baujahr im Verhältnis zum Preis, auf die Standzeit und deren Folgen für Reifen und Batterie, und auf den Beginn von Garantie und Gewährleistung – der richtet sich nach der Erstzulassung, nicht nach dem Modelljahr. Und wer früh wieder verkaufen will, sollte einkalkulieren, dass ein 2024er-Fahrzeug im Wiederverkauf als 2024er gehandelt wird.


Du überlegst, zuzuschlagen? Vergleiche aktuelle Angebote zur 390 Adventure, zur 890 Adventure, zur 390 Duke und zur 300 EXC sowie zu allen weiteren Modellen von KTM im Motorrad-Marktplatz.

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