KTM nach der Insolvenz: Lohnt sich der Kauf 2026 wirklich noch?
KTM nach der Insolvenz: Was die Bajaj-Übernahme für Garantie, Ersatzteile und Wiederverkaufswert bedeutet – und worauf du beim KTM-Kauf 2026 achtest.
Timo Grüßer
Gründer & Händler-Experte
Kaum eine Marke hat Motorradfahrer in den letzten Monaten so beschäftigt wie KTM. Erst die Schlagzeilen über ein Sanierungsverfahren, dann der Einstieg eines neuen Großaktionärs – und seither die immer gleiche Frage in unseren Gesprächen mit Käufern: „Kann ich jetzt überhaupt noch bedenkenlos eine KTM kaufen?"
Die kurze Antwort aus Händlersicht: Ja – wenn du ein paar Dinge beachtest. Die lange Antwort gibt dieser Ratgeber. Wir ordnen ein, was wirklich passiert ist, was es für Garantie, Ersatzteile und Wiederverkaufswert bedeutet, und worauf du beim Kauf 2026 achten solltest.
Was ist bei KTM eigentlich passiert?
KTM ist von einem Rekord direkt in eine Krise gerutscht. 2023 verkaufte der Konzern mit rund 381.500 Motorrädern so viele wie nie. Danach brach der Markt weg: 2025 waren es nur noch gut 209.700 Einheiten – ein Rückgang von fast der Hälfte in zwei Jahren. Zu viele gebaute Maschinen, zu volle Lager, zu wenig Nachfrage.
Ende 2024 zog KTM die Reißleine und ging in ein gerichtliches Sanierungsverfahren (umgangssprachlich oft „Insolvenz" genannt) – mit dem Ziel, eine echte Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, nicht mit einem Produktionsstopp. Anschließend stieg der indische Hersteller Bajaj ein, übernahm faktisch die Kontrolle und brachte ein Finanzierungspaket im hohen dreistelligen Millionenbereich mit.
Das Entscheidende für dich als Käufer: Es ist nicht zum Worst Case gekommen. Die Produktion im Stammwerk Mattighofen läuft seit 2025 wieder, die Lieferketten sind reaktiviert, und im ersten Quartal 2026 ist das Motorradgeschäft deutlich gewachsen. KTM ist also nicht verschwunden – die Marke ordnet sich neu und konzentriert sich wieder voll auf Motorräder.
Garantie und Ersatzteile – bekomme ich die noch?
Hier können wir dich beruhigen, und zwar mit konkreten Punkten:
- Bestehende Garantien gelten weiter. Wer bereits eine KTM fährt, behält seine Hersteller-Garantie. Laufende Garantie- und Gewährleistungsansprüche bleiben bestehen.
- Neufahrzeuge haben sogar eine starke Garantie. Für straßenzugelassene Modelle ab dem Modelljahr 2025 gibt es eine 4-Jahres-Garantie – Voraussetzung ist der regelmäßige Service beim autorisierten KTM-Partner.
- Die gesetzliche Gewährleistung bleibt ohnehin. Beim Kauf eines neuen Motorrads hast du zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung – unabhängig von der Herstellersituation.
- Ersatzteile laufen weiter. Die Versorgung mit Ersatzteilen ist aktuell gesichert; Händlernetz und Service arbeiten normal.
Ein ehrlicher Hinweis aus der Praxis: Eine Hersteller-Garantie und eine Händler-Garantie sind zwei verschiedene Dinge. Genau das ist beim Gebrauchtkauf der Punkt, auf den du achten solltest – dazu gleich mehr.
Was ist mit dem Wiederverkaufswert?
Viele Verkäufer fragen sich, ob ihre KTM jetzt an Wert verliert. Unsere Markteinschätzung: Die gefragten Modelle bleiben wertstabil. Klassiker wie die 390 Duke, die 790/890 Adventure, die 1290 Super Duke oder die EXC-Enduros werden weiter gesucht.
Was sich verändert hat: Der Markt ist selektiver geworden. Der Zustand entscheidet stärker über den Preis als noch vor zwei Jahren. Gepflegte, scheckheftgepflegte Maschinen erzielen weiter gute Preise – bei vernachlässigten Fahrzeugen schauen Käufer genauer hin. Mittelfristig könnte das knappere Angebot junger Gebrauchter die Restwerte sogar stützen.
Mehr dazu, welche Maschinen ihren Wert halten, findest du in unserem Überblick zu wertstabilen Motorrädern 2026.
Neu oder gebraucht? Worauf du jetzt achten solltest
Ob Neufahrzeug oder Gebrauchte – mit dieser Checkliste kaufst du 2026 sicher:
- Scheckheft prüfen. Die KTM-Garantie hängt an den vorgeschriebenen Inspektionen beim autorisierten Partner. Fehlen Service-Nachweise, kann der Garantieanspruch entfallen.
- Beim Gebrauchtkauf die Händler-Garantie hinterfragen. Ist der Händler selbst Garantiegeber, hängt die Garantie an seiner Bonität. Versicherungsgestützte Händler-Garantien sind robuster, weil im Hintergrund ein Versicherer haftet.
- Beim verifizierten Händler kaufen. Gerade in einer Marktphase mit Unsicherheit zahlt sich ein geprüfter Verkäufer aus. Über unser Händlernetzwerk findest du genau solche Anbieter.
- Modell und Zustand vor „Schnäppchen". Ein gefragtes, gepflegtes Modell ist die bessere Investition als ein günstiger Exot in unklarem Zustand.
Eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung liefert unsere Checkliste zum Gebrauchtkauf.
Welche KTM ist jetzt eine gute Wahl?
Die Modellpalette bleibt 2026 breit. Zur groben Orientierung nach Einsatzzweck:
- Naked Bike: Die 990 Duke R („The Punisher") für alle, die kompromisslose Landstraßen-Power suchen.
- Reiseenduro & Adventure: Die 890 Adventure als agiler Mittelklasse-Allrounder, die 1390 Super Adventure als Hyper-Tourer mit voller Ausstattung – für den A2-Einstieg die 390 Adventure.
- Enduro / Offroad: Die straßenzugelassene Hardenduro 300 EXC, die alltagstauglichere 390 Enduro oder der Supermoto-König 690 SMC R.
Welche dieser Maschinen gerade verfügbar sind, siehst du direkt auf unserer KTM-Markenseite.
Solltest du deine KTM jetzt verkaufen?
Falls du mit dem Gedanken spielst, dein KTM-Motorrad abzugeben: Verramsche es nicht aus Unsicherheit. Die Nachfrage nach gepflegten Modellen ist da. Wichtiger als schnelles Handeln ist eine realistische, professionelle Bewertung – damit du weder unter Wert verkaufst noch am Markt vorbei kalkulierst.
Wenn du wissen willst, was deine KTM aktuell wert ist, kannst du sie unkompliziert über KTM verkaufen einschätzen und an einen geprüften Händler vermitteln lassen.
Fazit: Bedenkenlos kaufen – mit den richtigen Checks
KTM ist nicht „weg", sondern neu aufgestellt: Produktion läuft, Teile und Service sind gesichert, Neufahrzeuge ab MY2025 kommen sogar mit 4 Jahren Garantie, und die gefragten Modelle halten ihren Wert. Wer auf Scheckheft, eine robuste Garantie und einen verifizierten Händler achtet, kann 2026 ohne Bauchschmerzen zur KTM greifen.
Häufige Fragen
Gibt es KTM nach der Insolvenz überhaupt noch? Ja. KTM hat 2024 ein gerichtliches Sanierungsverfahren durchlaufen, wurde aber nicht stillgelegt. Mit dem Einstieg von Bajaj als kontrollierendem Eigentümer läuft die Produktion seit 2025 wieder, und das Geschäft ist Anfang 2026 deutlich gewachsen.
Bekomme ich auf eine neue KTM noch Garantie? Ja. Bestehende Garantien gelten weiter, und für straßenzugelassene Modelle ab Modelljahr 2025 gibt es eine 4-Jahres-Garantie bei regelmäßigem Service beim autorisierten Partner. Dazu kommt die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren beim Neukauf.
Sind Ersatzteile für KTM weiterhin verfügbar? Ja. Die Ersatzteilversorgung ist aktuell gesichert, Händlernetz und Service arbeiten normal weiter.
Verliert meine KTM jetzt an Wert? Gefragte Modelle wie 390 Duke, 790/890 Adventure, 1290 Super Duke oder die EXC-Enduros bleiben wertstabil. Der Markt ist selektiver geworden – der Zustand entscheidet stärker über den Preis.
Sollte ich jetzt eine KTM kaufen oder lieber warten? Für gepflegte, gefragte Modelle gibt es keinen Grund zu warten. Achte auf ein lückenloses Scheckheft, eine robuste (idealerweise versicherte) Garantie und einen verifizierten Händler – dann ist der Kauf 2026 unkritisch.
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