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Markt & Trends

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Marcus Hofer

Marcus Hofer

Gründer & Motorrad-Experte

Marcus ist Mitgründer von MotoBuy und leidenschaftlicher Motorrad-Enthusiast. Er schreibt über Markttrends, Kaufentscheidungen und die Zukunft des deutschen Motorradmarkts.

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NOVUS One Bike: Alle Daten, der Preis und für wen sich das Carbon-E-Bike wirklich lohnt

NOVUS One Bike im Check: alle technischen Daten, der Preis der Founders Edition, Herstellerangabe vs. ADAC-Messung und für wen sich das Carbon-E-Bike lohnt.

7. Juli 20269 Min. Lesezeit
Marcus Hofer

Marcus Hofer

Gründer & Motorrad-Experte

NOVUS One Bike: Preis, Daten & für wen sich das Carbon-E-Bike lohnt

Kaum ein Elektro-Zweirad polarisiert 2026 so wie das NOVUS One Bike – ein Carbon-Leichtkraftrad aus Braunschweig, das gerade in den Google-Trends explodiert. Der Grund ist nicht neue Technik über Nacht, sondern der lang erwartete Serienstart. Dieser Beitrag (Stand: Juli 2026) ordnet nüchtern ein: Was steckt drin, was kostet es, wo klaffen Anspruch und Realität – und für wen sich das Ganze lohnt. Wer ein alltagstaugliches E-Motorrad sucht, findet den größeren Marktüberblick in unserem Elektromotorrad-Marktbericht.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist das NOVUS One Bike?
  • Warum ist das NOVUS One Bike gerade überall?
  • NOVUS One Bike: die technischen Daten
  • Was kostet das NOVUS One Bike?
  • 50er oder 125er? Der Software-Trick
  • Stärken und Schwächen im Überblick
  • NOVUS One Bike vs. Alternativen
  • Für wen lohnt sich das NOVUS One Bike?
  • Fazit
  • Häufige Fragen

Was ist das NOVUS One Bike?

Das NOVUS One Bike ist ein vollelektrisches Carbon-Leichtkraftrad, das der Hersteller als eigene Fahrzeugklasse vermarktet: das „Lightbike" – irgendwo zwischen E-Bike, Roller und Motorrad. Kern ist ein Monocoque-Rahmen aus Kohlefaser (rund 5,8 kg), an dem auch Gabel, Schwinge und Felgen aus Carbon hängen. Es gibt keine klassische Verkleidung, der Antrieb sitzt als Radnabenmotor (Transversalfluss-Technik von GKN) im Hinterrad.

Wichtig zur Einordnung: Trotz des Namens „Bike" ist es kein Pedelec – Pedale gibt es nicht. Rechtlich ist es je nach Software-Konfiguration ein Kleinkraftrad (L1e) oder ein Leichtkraftrad (L3e). Mehr dazu weiter unten.

Warum ist das NOVUS One Bike gerade überall?

Der aktuelle Hype hat einen simplen Auslöser: Nach Jahren der Entwicklung liefert NOVUS 2026 endlich aus. Seit April 2026 gehen die ersten Exemplare der limitierten Founders Edition an Kunden – ein Moment, auf den viele seit dem ersten Concept gewartet haben.

Bekannt wurde die Marke schon früher: Die Gründer René Renger und Marcus Weidig (beide ehemalige VW-Designer) stellten NOVUS 2021 bei „Die Höhle der Löwen" (VOX, Staffel 10) vor. Einen Deal gab es damals nicht – die Löwen lehnten ab. Kolportiert wird, dass sogar Elon Musk Interesse gezeigt habe, aber nur den Prototyp kaufen und nicht investieren wollte. Lange galt das Projekt daher als Wackelkandidat. Dass jetzt echte Serienfahrzeuge rollen, ist die eigentliche Nachricht – und der Grund für die Suchwelle.

NOVUS One Bike: die technischen Daten

Auf dem Papier sind die Eckdaten spektakulär – in der Praxis sollte man Herstellerangaben und unabhängige Messung auseinanderhalten. Genau hier liegt die spannendste Geschichte des NOVUS One.

DatenpunktHerstellerangabe (NOVUS)ADAC-Messung (Serie 2026)
Gewicht73 kg (ohne Akku) / 103 kg (mit Akku)121 kg fahrfertig
Akku5,5 kWh6,2 kWh (fest verbaut)
Spitzenleistung25 kW (ca. 34 PS)25 kW / Dauer 11–15 kW
Drehmomentbis 400 Nm (peak)300 Nm (gemessen)
Höchstgeschwindigkeit130 km/h (L3e)130 km/h
0–50 km/h1,9 s1,9 s
Reichweite (Stadt)130–150 kmbis 135 km gedrosselt / ~110 km offen
Laden (0–80 %)ca. 1,5 h (Schnelllader)ca. 3,5 h (Standard)
Sitzhöhe900 mm900 mm

Die Kernaussage: Leicht ist das NOVUS One Bike weiterhin – aber schwerer, als das Marketing verspricht. Das ursprüngliche Concept von 2021 wurde noch mit rund 80 Kilogramm beworben, der Hersteller nennt heute 103 Kilogramm mit Akku, der ADAC wog 121 Kilogramm. Für ein E-Motorrad ist das trotzdem sehr wenig – ein Elektromotorrad der etablierten Marken wiegt schnell das Doppelte. Aber der Abstand zwischen Versprechen und Realität ist real.

Was kostet das NOVUS One Bike?

Die Founders Edition startet bei 21.300 Euro netto – das entspricht rund 25.350 Euro brutto. Sie ist auf 100 Exemplare limitiert, und die ersten Käufer erhalten zusammen ein Prozent der Unternehmensanteile. Verkauf und Auslieferung laufen zunächst in Deutschland (über die Doerr Group) und Spanien, später sollen die USA und die Emirate folgen.

Bemerkenswert: Ursprünglich war das NOVUS One Bike mit über 45.000 Euro geplant. Der aktuelle Preis ist also – so absurd das bei einem 25.000-Euro-Stadtflitzer klingt – eine deutliche Reduktion. Ein günstigeres Nachfolgemodell namens Novus Two ist angekündigt, aber noch ohne Termin.

50er oder 125er? Der Software-Trick

Das cleverste Feature des NOVUS One Bike steckt nicht in der Hardware, sondern in der Software: Es lässt sich per Update zwischen zwei Fahrzeugklassen umschalten – ohne etwas umzubauen.

  • L1e-Konfiguration (50er): gedrosselt auf 45 km/h, fahrbar mit dem Autoführerschein Klasse B oder der Klasse AM. Perfekt für den Einstieg – wie bei einem klassischen 50ccm-Fahrzeug.
  • L3e-Konfiguration (125er): bis 130 km/h, erfordert A1, B196 oder A2. Damit spielt es in der Liga der 125er, bietet aber deutlich mehr Drehmoment.

Wer mit dem Autoführerschein einsteigt und später mehr will, holt sich den B196 und schaltet das Bike per Update frei. Diese Flexibilität ist am Markt praktisch einzigartig und einer der stärksten Verkaufsargumente des NOVUS One.

Stärken und Schwächen im Überblick

Der ADAC ist das Bike bereits gefahren. Das Fazit fällt zwiespältig aus:

Stärken:

  • Sehr geringes Gewicht für ein E-Motorrad – top Handling, auch im Schritttempo leicht rangierbar
  • Einzigartiges Design und hochwertiger Carbon-Leichtbau
  • Software-Flexibilität (50er/125er) und moderne App-Anbindung mit digitalem Schlüssel
  • Kräftiger, direkter Antritt aus dem Radnabenmotor

Schwächen:

  • Sehr hoher Preis – das zentrale Hindernis für eine breite Verbreitung
  • Akku nicht entnehmbar – ohne Lademöglichkeit am Stellplatz unpraktisch
  • Begrenzte Reichweite, besonders auf Landstraße und Autobahn
  • Hartes Fahrwerk, wenig auf Komfort ausgelegt; hohe Sitzhöhe (900 mm)

NOVUS One Bike vs. Alternativen

Für rund 25.000 Euro bekommt man am Markt viel „echtes" Elektromotorrad. Wer nicht das Designobjekt, sondern Alltagsnutzen sucht, sollte vergleichen:

  • Zero Motorcycles: vollwertige E-Motorräder mit deutlich mehr Reichweite und Autobahntauglichkeit – teils im ähnlichen Preisbereich, aber schwerer und weniger extravagant.
  • Klassische 125er (A1/B196): ein gutes 125er mit Verbrenner kostet einen Bruchteil, wenn es rein um Mobilität geht.
  • E-Roller / Leichtkrafträder: wer nur pendelt, findet in der Roller-Klasse günstigere, praktischere Optionen.

Das NOVUS One Bike konkurriert also weniger über die reine Vernunft, sondern über Design, Leichtbau und Exklusivität. Den nüchternen Kostenvergleich für E-Zweiräder liefert unser Elektromotorrad-Marktbericht.

Für wen lohnt sich das NOVUS One Bike?

Klare Antwort: für gestaltungsbewusste Stadtfahrer mit Budget, die ein einzigartiges Designobjekt und modernste Leichtbau-Technik wollen – und denen Exklusivität wichtiger ist als Reichweite oder Preis-Leistung. Der ADAC bringt die Zielgruppe auf den Punkt: „First Time Rider", denen ein Auto zu groß, ein Motorrad zu schwer und ein E-Bike zu langsam ist.

Nicht die richtige Wahl ist das NOVUS One Bike für alle, die viel Strecke machen, den Akku bequem zu Hause tauschen wollen oder schlicht das meiste Fahrzeug fürs Geld suchen. Für sie führt der Weg eher zu einem etablierten E-Motorrad oder einem klassischen Leichtkraftrad.

Fazit

Das NOVUS One Bike ist eines der faszinierendsten Elektro-Zweiräder des Jahres – radikaler Carbon-Leichtbau, cleverer 50er/125er-Software-Trick und ein Design, das polarisiert. Der Serienstart 2026 macht aus dem einstigen „Höhle der Löwen"-Wackelkandidaten endlich ein reales Fahrzeug. Gleichzeitig bleibt es ein teures Nischenprodukt, dessen Realdaten (121 kg, begrenzte Reichweite, fest verbauter Akku) hinter dem Marketing zurückbleiben. Als Statement und Designobjekt ist es einzigartig – als vernünftiges Alltags-E-Motorrad gibt es für das Geld mehr. Den passenden Überblick über alltagstaugliche Stromer findest du im Elektromotorrad-Marktbericht und im Motorrad-Marktplatz.

Häufige Fragen

Was kostet das NOVUS One Bike? Die limitierte Founders Edition startet bei 21.300 Euro netto – das sind rund 25.350 Euro brutto. Das Modell ist auf 100 Exemplare begrenzt, und die ersten Käufer erhalten zusammen ein Prozent der Unternehmensanteile. Ursprünglich war das NOVUS mit über 45.000 Euro geplant; ein günstigeres Nachfolgemodell namens Novus Two ist angekündigt.

Wie schwer ist das NOVUS One Bike wirklich? Hier klaffen Anspruch und Realität auseinander. NOVUS gibt 73 Kilogramm ohne und rund 103 Kilogramm mit Akku an. Der ADAC hat das fahrfertige Serienmotorrad dagegen mit 121 Kilogramm gewogen. Zum Vergleich: Das ursprüngliche Konzept von 2021 wurde noch mit rund 80 Kilogramm beworben. Leicht ist das Carbon-Bike also weiterhin – aber schwerer als das Marketing verspricht.

Brauche ich einen Motorradführerschein für das NOVUS One Bike? Das hängt von der Konfiguration ab. Als L1e-Version (50er, gedrosselt auf 45 km/h) darfst du es mit dem Autoführerschein Klasse B oder der Klasse AM fahren. Als L3e-Version (125er, bis 130 km/h) brauchst du A1, B196 oder A2. Der Clou: Zwischen beiden lässt sich per Software-Update wechseln, du bist also nicht auf eine Variante festgelegt.

Wie weit kommt das NOVUS One Bike mit einer Ladung? NOVUS nennt 130 bis 150 Kilometer im Stadtverkehr bei rund 30 km/h Schnitt. Der ADAC ordnet das realistischer ein: bis etwa 135 Kilometer in der gedrosselten Version, rund 110 Kilometer offen – jeweils in der Stadt. Auf Landstraße und schneller Fahrt sinkt die Reichweite deutlich. Der 5,5- bis 6,2-kWh-Akku lädt in etwa 1,5 Stunden (Schnelllader) bis 3,5 Stunden auf 80 Prozent.

War das NOVUS One Bike bei "Die Höhle der Löwen"? Ja, aber schon 2021: Die Gründer René Renger und Marcus Weidig stellten NOVUS in Staffel 10 (VOX, September 2021) vor. Einen Deal gab es nicht – die Löwen lehnten ab. Kolportiert wird, dass sogar Elon Musk Interesse zeigte, aber nur den Prototyp kaufen und nicht investieren wollte. Der aktuelle Wirbel 2026 stammt nicht von einer neuen Folge, sondern vom Serienstart.

Ist das NOVUS One Bike ein E-Bike oder ein Motorrad? Weder noch im klassischen Sinn. NOVUS nennt es "Lightbike" – ein Kraftrad ohne Pedale, das die Leichtigkeit eines E-Bikes mit der Leistung eines Motorrads verbinden soll. Rechtlich ist es je nach Konfiguration ein Kleinkraftrad (L1e) oder Leichtkraftrad (L3e), kein Pedelec. Treten kannst du also nicht.

Kann man den Akku des NOVUS One Bike wechseln? Nein. Der Akku ist fest im Rahmen verbaut und nicht herausnehmbar. Das kritisiert unter anderem der ADAC: Wer keine eigene Lademöglichkeit am Stellplatz hat, muss das ganze Bike zur Steckdose bringen. Ein mitführbarer Ladekoffer ist die einzige Abhilfe.

Für wen lohnt sich das NOVUS One Bike? Für gestaltungsbewusste Stadtfahrer mit Budget, die ein einzigartiges Designobjekt und modernste Leichtbau-Technik wollen – laut ADAC "First Time Rider", denen ein Auto zu groß, ein Motorrad zu schwer und ein E-Bike zu langsam ist. Wer auf Reichweite, Alltagsnutzen oder Preis-Leistung achtet, fährt mit einem klassischen E-Motorrad meist besser.


Du suchst ein alltagstaugliches E-Motorrad statt eines Design-Statements? Vergleiche aktuelle Stromer im Elektromotorrad-Marktbericht und im Motorrad-Marktplatz.

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