Husqvarna und GasGas rufen weltweit zurück – was deutsche Halter jetzt tun müssen
Am hinteren Bremssattel der Geländemodelle können übermäßige Lasten auftreten, im Extremfall bricht das Bauteil. Beide Hersteller erklären die Aktion jetzt ausdrücklich für alle Märkte gültig – anders als beim US-Rückruf im Juli. Warum das Kraftfahrt-Bundesamt hier strukturell nicht hilft und wie du in zwei Minuten selbst prüfst, ob dein Motorrad betroffen ist.
Marcus Hofer
Gründer & Motorrad-Experte
GasGas und Husqvarna rufen ihre Geländemodelle wegen des hinteren Bremssattels zurück – und anders als bisher gilt die Aktion ausdrücklich für alle Märkte, also auch für Deutschland. Betroffen sind bei GasGas die Modelljahre 2021 bis 2024 in Motocross, Enduro und Cross Country, bei Husqvarna die Modelljahre 2022 bis 2024 in Enduro und Cross Country. Unter bestimmten Fahrbedingungen können am Bremssattel übermäßige Lasten auftreten, in seltenen Fällen bricht das Bauteil. Getauscht wird der komplette hintere Bremssattel samt Halterung, kostenfrei beim autorisierten Händler. KTM ist nicht betroffen. Prüfen kannst du dein Motorrad selbst – über die Fahrgestellnummer im Service- und Sicherheitscheck der jeweiligen Marke. (Stand: 20. August 2026)
Wir haben diesen Fall im Juli schon einmal beschrieben – damals mit dem Ergebnis, dass es für Deutschland keinen Rückruf gibt. Das hat sich jetzt geändert. Was in Husqvarna und GasGas: Bremsen-Rückruf – was Käufer prüfen müssen zur deutschen Lage steht, ist damit überholt; dieser Beitrag ersetzt es an dieser Stelle.
Was genau ist passiert?
Am 19. August 2026 haben GasGas und Husqvarna jeweils eine eigene Mitteilung veröffentlicht. Der Wortlaut ist in beiden Fällen fast identisch: Aufgrund eines Herstellungsfehlers könne der hintere Bremssattel unter bestimmten Fahrbedingungen übermäßigen Belastungen ausgesetzt sein; in seltenen Fällen könne das Bauteil brechen.
Die Abhilfe ist überschaubar, aber eindeutig: Der autorisierte Händler tauscht den hinteren Bremssattel einschließlich der Bremssattelhalterung gegen ein überarbeitetes Bauteil. Das geschieht kostenfrei. Betroffene Halter sollen per persönlichem Anschreiben informiert werden.
Der für deutsche Fahrer entscheidende Satz steht in beiden Mitteilungen: Die Aktion ist für alle Märkte gültig. Genau das war bei den bisherigen Vorgängen nicht der Fall.
Einen Tag später wurde die Aktion in Australien als amtlicher Rückruf registriert – nach übereinstimmenden Berichten mit 3.023 Fahrzeugen bei GasGas und 5.830 bei Husqvarna, zusammen rund 8.850 Maschinen. Diese Zahlen konnten wir nur über die Fachpresse belegen, nicht an der Behördenseite selbst; wir führen sie deshalb als gut belegt, aber nicht als amtlich bestätigt. Der Punkt daran ist ohnehin weniger die Zahl als die Tatsache: Es handelt sich nicht um eine stille Kulanzaktion, sondern um einen Vorgang, den mindestens eine Aufsichtsbehörde als Rückruf führt. Und die Zahlen gelten ausschließlich für Australien – über den deutschen Bestand sagen sie nichts.
Warum das nicht derselbe Rückruf wie im Juli ist
Hier lohnt Genauigkeit, denn im Umlauf sind inzwischen drei verschiedene Vorgänge, die alle mit derselben Bremsenmarke zu tun haben und regelmäßig durcheinandergeworfen werden.
| Vorgang | Wann | Was | Umfang | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Vorderrad, Gelände | Februar 2025 | vorderer Bremssattel kann brechen | KBA-Referenz lag vor |
| 2 | Hinterrad, nur Straße | Juli 2026 | hinterer Bremssattel, nur zugelassene Modelle | 6.257 Fahrzeuge in den USA |
| 3 | Hinterrad, Gelände – neu | 19. August 2026 | hinterer Bremssattel, Geländemodelle | weltweit, Zahl für Deutschland unbekannt |
Der zweite Vorgang betraf in den USA ausschließlich straßenzugelassene Maschinen: die Husqvarna FE 350S und FE 501S sowie die GasGas ES 350 und ES 500. Für diese Aktion gehen die Halterbriefe ab 2. September 2026 raus.
Die 6.257 aus jenem Vorgang kursieren derzeit in Verbindung mit der neuen Meldung. Das ist falsch. Sie gehören zum Juli-Rückruf, betreffen nur den US-Markt und nur Straßenmodelle. Für die jetzige, weltweite Geländeaktion gibt es keine veröffentlichte Stückzahl – außer der australischen.
Und noch eine Falle: Mehrere deutschsprachige Artikel zum Thema, die bei einer Suche ganz oben auftauchen, stammen vom Februar 2025 und behandeln den Vorderrad-Rückruf. Wer nur die Überschrift liest, hält sie für aktuell.
Welche Modelle sind betroffen?
Die Hersteller nennen in ihren Mitteilungen Baureihen-Kategorien, keine Einzelmodelle. Eine offizielle, öffentlich abrufbare Modell- oder Fahrgestellnummernliste zu diesem Rückruf existiert nicht – sie steckt hinter der Fahrgestellnummern-Abfrage.
Was die Mitteilungen sagen:
| Marke | Modelljahre | Kategorien |
|---|---|---|
| GasGas | 2021 – 2024 | Motocross, Enduro und Cross Country |
| Husqvarna | 2022 – 2024 | Enduro und Cross Country – Motocross nicht genannt |
Aus dem im Juli veröffentlichten kanadischen Rückrufvorgang lässt sich ableiten, welche Typen konkret im Fokus stehen. Diese Liste ist ein Anhaltspunkt, keine amtliche Aufstellung für die jetzige Aktion:
- Husqvarna: FE 350S, FE 450, FE 501S, FX 350, FX 450, TE 150, TE 250, TE 300, TX 300
- GasGas: EC 250, EC 300, EC 450F, EX 250, EX 250F, EX 300, EX 350F, EX 450F, MC 125, MC 250, MC 250F, MC 350F, MC 450F
Zwei Dinge fallen daran auf. Erstens: Husqvarnas Motocrossmodelle TC und FC tauchen nicht auf – passend zur Mitteilung. Zweitens: Die kleinen Modelle – GasGas MC 50, 65 und 85 ebenso wie Husqvarna TC 50, 65 und 85 – sind nicht dabei. Sie fahren mit einer Bremsanlage eines anderen Herstellers. Wer ein Kindermotorrad dieser Marken hat, ist von dieser Aktion nicht betroffen.
Warum die Listen der beiden Marken nicht deckungsgleich sind
Das ist der Punkt, an dem die meisten Berichte ungenau werden – und er erklärt den Rückruf besser als jede Fehlerbeschreibung.
Der Auslöser ist ein Bauteil des spanischen Bremsenherstellers Braktec. Entscheidend ist deshalb nicht, welches Modell wie heißt, sondern wann welche Baureihe auf dieses System umgestellt wurde:
- Bei GasGas kamen die Enduromodelle früh dran – ab dem Modelljahr 2021, also praktisch mit dem Neustart der Marke unter neuer Führung. Die Motocross- und Cross-Country-Modelle folgten deutlich später.
- Bei Husqvarna betrifft es die Enduro-Baureihen TE und FE der Modelljahre 2022 bis 2024. Ab dem Modelljahr 2025 wurde wieder zurückgewechselt – deshalb endet der Zeitraum dort.
- Husqvarnas Motocrossmodelle TC und FC liefen in diesen Jahren mit einer anderen Anlage. Deshalb stehen sie nicht auf der Liste.
Daraus folgt eine praktische Regel: Das Modelljahr allein entscheidet nicht. Zwei Maschinen desselben Baujahrs, aber unterschiedlicher Baureihe, können unterschiedlich betroffen sein. Genau deshalb führt am Blick auf die Fahrgestellnummer kein Weg vorbei.
Ein Detail am Rande, das die verbreitete Erzählung vom „Sparbremsen-Wechsel" relativiert: Braktec gehört seit November 2021 zum Brembo-Konzern, der damals die spanische Muttergesellschaft übernommen hat. Der viel zitierte Wechsel „von Brembo zu Braktec" war also, jedenfalls seit Ende 2021, ein Wechsel innerhalb desselben Konzerns. Als Grund für die Umstellung gelten Lieferengpässe; ein offizielles Statement des Herstellers dazu haben wir nicht gefunden.
Warum KTM außen vor bleibt
Weil KTM bei seinen Geländemodellen durchgehend beim bisherigen Lieferanten geblieben ist. Der Rückruf hängt am Bauteil, nicht an der Fahrzeugkonstruktion – und damit endet er an der Markengrenze, obwohl KTM, Husqvarna und GasGas dieselben Werke und in weiten Teilen dieselbe Technik teilen.
Auf dem KTM-Presseportal findet sich zu diesem Vorgang nichts. Wer eine KTM 300 EXC oder 390 Enduro fährt, muss wegen dieser Aktion nichts unternehmen. Das heißt selbstverständlich nicht, dass KTM generell außen vor wäre – frühere Rückrufe an anderen Bauteilen bleiben davon unberührt.
Wie du in zwei Minuten prüfst, ob dein Motorrad dabei ist
Das ist der nützlichste Teil dieses Beitrags, und er ist einfacher, als viele denken. Beide Marken bieten eine Online-Abfrage über die Fahrgestellnummer an.
So gehst du vor:
- Fahrgestellnummer heraussuchen. Sie ist 17-stellig und steht am Lenkkopf eingeschlagen. Ist das Motorrad zugelassen, findest du sie zusätzlich im Fahrzeugschein.
- Service- und Sicherheitscheck der Marke aufrufen. GasGas und Husqvarna führen ihn jeweils im Servicebereich ihrer deutschen Website. Die Funktion heißt bei beiden „Service- und Sicherheitscheck".
- Nummer eintragen. Das Ergebnis zeigt den Serviceverlauf des Fahrzeugs und – so der Wortlaut beider Hersteller – ob das Motorrad von einer aktuellen Rückrufaktion oder Sicherheitswarnung betroffen ist.
- Im Zweifel den Händler fragen. Er greift auf dieselbe Datenbank zu und kann verbindlich Auskunft geben.
Ein Hinweis, der Zeit spart: Schau nicht in die öffentliche Rückrufliste auf den Herstellerseiten. Wir haben sie am Tag nach der Meldung geprüft – auf den deutschen Sicherheitsseiten beider Marken ist der jüngste Eintrag Monate alt, und keine der internationalen Fassungen führt die neue Aktion. Diese Listen hinken der Pressemitteilung hinterher. Wer dort nachsieht und nichts findet, zieht womöglich den falschen Schluss.
Warum das Kraftfahrt-Bundesamt hier nicht weiterhilft
Bei einem Rückruf ist der Reflex, auf die deutsche Behörde zu warten. Bei diesen Motorrädern ist dieser Reflex falsch – und zwar aus zwei voneinander unabhängigen Gründen.
Erstens fallen reine Wettbewerbsmaschinen aus der Zuständigkeit heraus. Die europäische Typgenehmigungsverordnung für zwei- und dreirädrige Fahrzeuge gilt für Fahrzeuge, die dazu bestimmt sind, auf öffentlichen Straßen gefahren zu werden. Sie nimmt Fahrzeuge, die ausschließlich für die Benutzung im sportlichen Wettbewerb bestimmt sind, ausdrücklich vom Anwendungsbereich aus. Ein reiner Crosser hat also gar keine EU-Typgenehmigung, auf die sich eine Marktüberwachung stützen könnte.
Wichtig ist dabei die Abgrenzung, die häufig verwischt wird: Dieselbe Verordnung nennt Enduro- und Trial-Krafträder ausdrücklich als eingeschlossen – sie haben eigene Fahrzeugklassen. Eine als Enduro typgenehmigte und zugelassene Maschine ist also sehr wohl ein reguläres Fahrzeug im Zuständigkeitsbereich der Behörde. Die Lücke betrifft ausschließlich die nie zugelassenen Wettbewerbsmaschinen.
Zweitens läuft der Behördenweg bei genau diesen praktisch ins Leere. Das Kraftfahrt-Bundesamt schreibt betroffene Halter über das Zentrale Fahrzeugregister an – und zwar, wie es in seinem Rückruf-Kodex selbst festhält, die Halter der dort als zugelassen eingetragenen Fahrzeuge. Ein nie zugelassenes Motorrad steht dort nicht; es gibt schlicht niemanden, den die Behörde anschreiben könnte. Auch die letzte Eskalationsstufe – die Information der Zulassungsbehörde mit Blick auf eine mögliche Betriebsuntersagung – greift ohne Zulassung nicht, ebenso wenig wie die Hauptuntersuchung.
Dazu kommt eine Einschränkung, die auch sonst gilt: Selbst wenn eine Aktion in der öffentlichen KBA-Rückrufdatenbank stünde, wäre dort keine Fahrgestellnummer hinterlegt. Das Amt weist ausdrücklich darauf hin, dass sich aus der Datenbank nicht ablesen lässt, ob ein bestimmtes Fahrzeug betroffen ist. Und die Datenbank erfasst nach eigener Aussage nicht alle Herstellermaßnahmen.
Wo solche Fälle stattdessen auftauchen. Für Produkte außerhalb des Fahrzeug-Typgenehmigungsrechts greift die allgemeine Produktsicherheit. Zuständig sind dann nicht das KBA, sondern die Marktüberwachung der Länder – und veröffentlicht wird über das EU-Schnellwarnsystem Safety Gate sowie das Produktsicherheitsportal der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Beide sind öffentlich einsehbar und lassen sich abonnieren.
Dass das kein theoretisches Konstrukt ist, zeigt ein dokumentierter Präzedenzfall: Der Rückruf der Triumph TF250-X – im Meldeformular ausdrücklich als „ausschließlich für den geschlossenen Wettbewerbseinsatz bestimmt" beschrieben – lief Anfang 2025 genau über dieses EU-Schnellwarnsystem, nicht über die Fahrzeugbehörde. Wie unübersichtlich diese Zersplitterung wird, haben wir kürzlich am Rückruf der Triumph TF 450 beschrieben. Auch in den USA laufen Wettbewerbs-Geländemotorräder nicht bei der Verkehrsbehörde, sondern bei der Produktsicherheitsbehörde – deshalb existiert dort für die Straßenmodelle eine Rückrufkampagne und für die Geländemodelle keine.
Was daraus praktisch folgt: Der Hersteller ist auch ohne Behördenaufsicht verpflichtet, alle Verbraucher, die er ermitteln kann, direkt zu informieren – und dafür seine eigenen Kundendaten zu nutzen. Genau deshalb lohnt es sich, das Motorrad beim Händler registrieren zu lassen. Wer nie registriert hat und nie zugelassen war, taucht in keiner Datei auf und erfährt von einem Rückruf nur, wenn er selbst nachsieht.
Was der Rückruf für Gebrauchtkäufer bedeutet
Für einen Marktplatz ist das die eigentlich interessante Frage. Wir haben den deutschen Gebrauchtmarkt am 20. August 2026 auf dem größten Kleinanzeigenportal ausgewertet – mit drei Befunden, die den Rückruf einordnen.
Erstens: Die Enduros sind der eigentliche Markt. Zu den betroffenen Baureihen finden sich in der Größenordnung von 90 bis 150 Angeboten aus den relevanten Baujahren, klar dominiert von GasGas EC 300 und Husqvarna TE 300, FE 350 und FE 450. Typische Preisspannen für Maschinen der Baujahre 2021 bis 2024:
| Modell | Preisspanne gebraucht |
|---|---|
| GasGas EC 300 | 5.850 – 8.500 € |
| GasGas EC 350 F | 5.350 – 10.000 € |
| Husqvarna TE 300 | 6.800 – 9.750 € |
| Husqvarna FE 350 | 6.500 – 11.000 € |
| Husqvarna FE 450 | 9.000 – 13.450 € |
| Husqvarna FE 501 | 8.000 – 14.300 € |
Zweitens: Die Cross-Country-Modelle existieren hier praktisch nicht. GasGas EX und Husqvarna FX oder TX kommen zusammen auf eine einstellige Zahl von Angeboten über alle Baujahre. Ein Teil des Rückrufumfangs betrifft den deutschen Markt also kaum – was auch erklärt, warum die australische Behörde bei Husqvarna nur Enduromodelle listet.
Drittens, und das ist der praktisch wichtigste Punkt: Bei den Enduro-Baureihen trägt ein Großteil der Anzeigen eine Erstzulassung – bei manchen Modellen über 70 Prozent, bei der FE 501 nennen zwei Drittel sogar ausdrücklich einen Supermoto-Umbau. Bei den Motocrossmodellen ist es umgekehrt: Dort haben nur rund ein Viertel bis ein Drittel der Anzeigen überhaupt eine Erstzulassung. Genau bei diesen Maschinen greift also der Behördenweg nicht – und genau sie wechseln besonders häufig den Besitzer.
Konkret heißt das beim Kauf:
- Fahrgestellnummer vor der Anzahlung erfragen und den Rückrufstatus prüfen lassen. Ein Verkäufer, der die Nummer nicht herausgibt, hat damit schon geantwortet.
- Erledigten Rückruf schriftlich bestätigen lassen, idealerweise per Werkstattbeleg.
- Ein erledigter Rückruf ist ein Pluspunkt, kein Makel – dann sitzt das überarbeitete Bauteil drin.
- Nicht auf einen Halterbrief verlassen. Bei häufig weiterverkauften Geländemaschinen erreicht er den aktuellen Besitzer oft nie.
Zur Kostenfrage noch eine Präzisierung, weil sie meist zu großzügig dargestellt wird: In Deutschland gibt es keinen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ein Hersteller die Reparaturkosten einer Rückrufaktion trägt – der ADAC weist ausdrücklich darauf hin, dass die Übernahme üblicherweise freiwillig erfolgt. In diesem Fall haben beide Hersteller sie zugesagt, und diese Zusage hängt am Fahrzeug. Gebrauchtkäufer und Halter mit abgelaufener Garantie zahlen deshalb ebenfalls nichts.
Was wir bewusst nicht schreiben
Zu diesem Rückruf kursieren mehr Zahlen, als belegt sind. Damit klar ist, worauf du dich hier stützen kannst und worauf nicht:
- Es gibt keine veröffentlichte Stückzahl für Deutschland oder Europa. Bekannt ist allein die australische Größenordnung von rund 8.850 Fahrzeugen – und auch die konnten wir nur über die Fachpresse belegen. Wir schätzen den deutschen Bestand nicht.
- Die 6.257 gehören nicht hierher. Sie stammen aus dem US-Rückruf vom Juli für Straßenmodelle.
- Es gibt keine deutsche Referenznummer, die wir gefunden hätten. Eine kursierende Nummer für Husqvarna ließ sich in keiner abrufbaren Quelle bestätigen – wir nennen sie deshalb nicht.
- Es gibt keine offizielle Modell- oder Fahrgestellnummernliste. Die oben genannten Typen sind aus dem kanadischen Vorgang vom Juli abgeleitet.
- Es gibt keine deutschsprachige Fassung der Herstellermitteilungen; auch das deutsche Regionalportal führt sie auf Englisch.
Sobald eine amtliche deutsche Veröffentlichung oder eine belastbare Stückzahl vorliegt, tragen wir sie hier nach.
Häufige Fragen
Gilt der Rückruf jetzt wirklich auch für mein Motorrad in Deutschland? Ja, sofern es zu den betroffenen Baureihen und Modelljahren gehört. Beide Hersteller schreiben ausdrücklich, die Aktion sei für alle Märkte gültig. Das ist der Unterschied zum Juli-Rückruf, der nur straßenzugelassene Modelle in den USA betraf.
Wie finde ich heraus, ob genau mein Motorrad betroffen ist? Über die 17-stellige Fahrgestellnummer im Service- und Sicherheitscheck der jeweiligen Marke. Die Nummer steht am Lenkkopf und, bei zugelassenen Maschinen, im Fahrzeugschein. Der Vertragshändler kann dasselbe verbindlich prüfen.
Warum steht der Rückruf nicht in der Rückrufliste auf der Herstellerseite? Weil diese Listen der Pressemitteilung hinterherhinken. Am Tag nach der Meldung war der jüngste Eintrag auf beiden deutschen Sicherheitsseiten Monate alt. Nutze die Abfrage über die Fahrgestellnummer, nicht die Liste.
Was kostet mich die Reparatur? Nichts – beide Hersteller haben den kostenfreien Tausch zugesagt. Rechtlich ist das eine freiwillige Zusage und kein gesetzlicher Anspruch, sie hängt aber am Fahrzeug. Gebrauchtkäufer und Halter ohne Garantie zahlen deshalb ebenfalls nichts.
Ich fahre einen reinen Crosser ohne Zulassung – bin ich außen vor? Technisch nicht, aufsichtsrechtlich schon. Reine Wettbewerbsfahrzeuge sind von der EU-Typgenehmigung ausgenommen – Enduro- und Trial-Krafträder dagegen ausdrücklich nicht. Und ohne Zulassung steht niemand im Fahrzeugregister, den eine Behörde anschreiben könnte. Prüfe die Fahrgestellnummer selbst und lass das Motorrad beim Händler registrieren.
Welche Modelle sind betroffen, und warum ist die Liste bei den beiden Marken unterschiedlich? GasGas nennt 2021 bis 2024 in Motocross, Enduro und Cross Country, Husqvarna 2022 bis 2024 in Enduro und Cross Country. Der Unterschied liegt daran, wann welche Baureihe auf das Braktec-System umgestellt wurde – Husqvarnas Motocrosser fuhren in diesen Jahren mit einer anderen Anlage.
Ist KTM auch betroffen? Nein. KTM blieb bei seinen Geländemodellen beim bisherigen Bremsenlieferanten. Weil die Ursache am Bauteil hängt, endet der Rückruf an der Markengrenze.
Ich will eine gebrauchte Enduro aus diesen Baujahren kaufen – worauf muss ich achten? Fahrgestellnummer vor der Anzahlung prüfen lassen, erledigten Rückruf schriftlich bestätigen lassen. Bei Geländemaschinen erreichen Halterbriefe den aktuellen Besitzer oft nie, weil sie häufig weiterverkauft und teils nie zugelassen wurden.
Geländemaschinen und Enduros findest du in der Kategorie Enduro und Offroad sowie im MotoBuy-Marktplatz. Den Vorgängerstand zu diesem Fall beschreibt Husqvarna und GasGas: Bremsen-Rückruf; wie sich die Preise der aktuellen Geländemodelle entwickelt haben, zeigt KTM und GasGas Enduro 2027: Preise. Wer über eine Zulassung nachdenkt, findet die Details unter KTM Enduro zulassen und entdrosseln, und welche Enduro aktuell die beste Wahl ist, klärt Beste Enduro. Zum Vergleich lohnen die Modellseiten zur KTM 300 EXC, KTM 390 Enduro und Honda CRF 300 L Rally.


